Projektende

Jedes Projekt hat einen Anfang – und ein Ende. Und da, am Ende, sind wir jetzt auch angelangt mit diesem Internettagebuch.

Zwei Wochen lang haben Angestellte, Behördenmitglieder, Freiwillige und Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier berichtet, was sie in der reformierten Kirchgemeinde Lindau tun, was sie dabei erleben, was sie antreibt. [1]

Ich, der ich dieses Projekt ja im Rahmen meines Lernvikariats entwickelte und leitete, ziehe ein positives erstes Fazit:

    Jeden Tag besuchten 40 bis 50 Leserinnen und Leser diesen Blog, an einzelnen Tagen aber schonmal 90 oder mehr.

Und das ist toll, denn:

    Meine Mit-Schreibenden haben das, wie ich finde, mit viel Herzblut, kurzweilig und auch humorvoll getan. Wahnsinnig: 20 (zwan-zig!) Personen waren so mutig und nahmen sich zudem die Zeit, sich schreibend an diesem Experiment zu beteiligen! Dafür bin ich ihnen (euch!) enorm dankbar.

Mich und uns interessiert nun aber, was Sie von diesem Projekt halten. Hat es Ihnen Spass gemacht? Konnten wir Ihnen unsere Kirchgemeinde ein wenig näherbringen? Gibt es etwas, was Sie mitnehmen? Und: Was ist Kirche jetzt eigentlich?

Für eine Rückmeldung – die für die Auswertung wichtig ist – wäre ich Ihnen sehr dankbar. Am einfachsten geht das per E-Mail (studer[at]kirche-lindau.ch; darf natürlich auch ganz kurz sein!). Vielen Dank!

Also: Das Projekt ist jetzt zu Ende. Neue Beiträge wird es hier nicht mehr geben. Die Texte bleiben aber bis auf Weiteres online, und auch die Kommentier-Funktion bleibt.

Und bleiben tut auch unsere Freude daran, Ihnen kleine und grosse Einblicke in unsere Kirche zu geben. Melden Sie sich ungeniert bei uns! Oder kommen Sie vorbei – live, vor Ort…

Vielleicht ist das Ende ja auch ein Anfang?

Reto Studer, Lernvikar (studer[at]kirche-lindau.ch)

[1] Die Frage “Was ist Kirche?” habe ich übrigens, passend zum Projekt, auch im gestrigen Taufgottesdienst gestellt: 1. Korintherbrief 12,12-31. Und der Vikariatsleiter hat mich netterweise zeichnend unterstützt. ☺

“Endlich Ferien!”

Der Pfarrer der Kirchgemeinde Lindau, Volker Schnitzler, schreibt:

Wie – und wo – machen Pfarrers Ferien? Doch wohl meist zuhause, weil wir einen wirklich schönen Garten haben?

Mitnichten! Der grosse Garten bringt es mit sich, dass ich oftmals gar nicht in Ruhe ausspannen kann. Sobald ich mich im Liegestuhl gebettet habe, lasse ich den Blick schweifen. Da sehe ich ein Unkraut hier emporwachsen, und dort gehören die Büsche gestutzt. Hier wächst schon wieder der Rasen, dort gehört die Teichpumpe durchgespült. Und vom Stillleben der Gartenhaus-Innereien schweigen wir schon gar.

Im Sommer sorgt bei unseren Gästen – je nach Naturell – für Heiterkeit oder Betroffenheit der Umstand, dass sich neben dem Pfarrgarten eine Sargschreinerei befindet. Sitzt man gemütlich beim Grillieren zusammen, geht dort schon einmal die Tür auf und ein Mitarbeiter trägt einen Sarg für den nächsten Einsatz heraus. Da hat sich schon so mancher Gast der Endlichkeit des Seins erinnert und nachdenklich das blutige Steak betrachtet…

Aber wohin gehen nun Pfarrers in die Ferien? Fernreisen kommen für uns nicht in Frage, schon aus ökologischen Gründen. Dafür haben wir einen grossen Van, der reichlich Platz für eine Ferienausrüstung und ein Zelt bietet. Nicht dass wir in unserer Familie seit Urzeiten überzeugte Adventure-Typen wären. Das Zeltlen haben wir vielmehr der Not gehorchend angefangen. An den sechs predigtfreien Wochenenden, die mir ausserhalb der Ferien zustehen, blieben wir anfangs noch zuhause. Aber weil das Pfarrhaus im eigentlichen Sinne gar keines ist, sondern ein Kirchgemeindehaus, kommen wir auch am freien Wochenende nicht zur Ruhe.

So heisst es gerade in den wärmeren Monaten: Tapetenwechsel! Wir verfügen weder über eine Ferienwohnung noch über einen Goldesel. Bleibt also nur preisgünstiges Camping in Mutter Natur. In den letzten Jahren haben wir das Campieren auch zunehmend in den grossen Ferien praktiziert. Und ehrlich gesagt: ein Pfarrer auf dem Campingplatz sorgt für Gesprächsstoff. Und die Stimmung in rustikaler Runde ist meist lustiger als im Hotel, zumal wenn ich mich mit meinem Beruf oute. Beim Camping klopft man mir schon mal auf die Schulter und sagt “macht nix, bist ja trotzdem ganz o.k.” Im ****Hotel passiert es eher, dass der Gesprächspartner reflexartig meint rechtfertigen zu müssen, aus welchem (guten) Grund er vor zwanzig Jahren aus der Kirche ausgetreten ist.

Manchmal ist es aber überhaupt nicht einfach, überhaupt wegzukommen. Nicht dass ich Mühe hätte, mich aus dem Pfarrbetrieb zu lösen oder vor lauter Telefonieren und Mailverkehr nicht in Ferienstimmung komme. Nein, letztes Jahr passierte es, dass wir unser Auto gar nicht packen konnten. Eigentlich wollten wir die Velos und die Ferienausrüstung Samstagnachmittags verladen, um dann in der Nacht zu starten. Wir hatten nicht kalkuliert, dass am Packtag die Trauung eines auswärtigen Hochzeitspaares stattfand. Die Hochzeitsgesellschaft liess zwei Sattelschlepper-Zugmaschinen vor der Kirche Spalier stehen und richtete auf dem Kirchenparkplatz den Apéro aus. Was Wunder, dass das Pfarrhaus komplett zuparkiert war, und wir unser Auto nicht beladen konnten. Ich lasse es dahin gestellt, ob der bald einsetzende Platzregen ein Gottesurteil war. Jedenfalls verlief sich die Apéro-Gesellschaft in Windeseile und Familie Schnitzler konnte endlich zur ersten Tat der Ferien schreiten.

Volker Schnitzler, Pfarrer der Kirchgemeinde Lindau (v.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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Bald noch mehr Kirche

Pia Lienhard, Mitglied der Kirchgemeinde Lindau (und vielleicht demnächst Mitglied der Kirchenpflege), schreibt:

Ich stecke mit meiner Tochter mitten im “Konfirmationsjahr”. Deshalb bin ich stärker als auch schon mit unserer Kirche “konfrontiert”. Aus diesem Grunde habe ich unter anderem auch den Blog von Reto Studer, unserem Lernvikar, verfolgt. Vorneweg möchte ich Reto ein grosses Kompliment aussprechen. Der Blog ist eine gute Sache, mit interessanten und witzigen Beiträgen. Und Reto als Verantwortlicher der Konfirmationsgruppe meiner Tochter macht einen super Job. Dies bestätigt mir meine Tochter jede Woche nach dem Konfunterricht. Und das soll bei den pubertierenden Jugendlichen etwas heissen!

Nun zu mir: Ich bin Pia Lienhard, und wie bereits erwähnt, habe ich eine 15-jährige Tochter. Wir wohnen mit meinem Partner seit 11 Jahren in der Gemeinde.

“In welcher Form bin ich kirchlich engagiert, an welchen Angeboten nimm ich teil, war das schon immer so mit mir und der Kirche?”. Dies sind Fragen, deren Antworten interessieren könnten, meinte Reto. Versuche ich es mal:

Die Kirche und der Glaube waren in meinem Leben immer in irgendwelcher Form präsent.

Leider verlor ich meine Mutter bereits mit 8 Jahren an den Folgen eines Autounfalls. Sie war Katholikin aus der Innerschweiz, und wir wohnten in einer katholischen Gemeinde in St. Gallen. Mein reformierter Vater kam dem Wunsch der Familie meiner Mutter nach und liess sie katholisch an unserem Wohnort beerdigen. Im ersten Jahr danach gingen wir regelmässig in die katholische Kirche. Aus meiner heutigen Sicht eigentlich sehr speziell, da mein Vater gar nicht “christlich” war. Ich als 8-jähriges Mädchen fing aus eigenem Antrieb an, jeden Abend zu beten. An den Inhalt der Gebete kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiss nur noch, dass ich im Gebet immer wieder die Frage stellte, wieso dieses Schicksal ausgerechnet uns – ich habe noch eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder – heimsuchen musste. Ich fand keine treffende Antwort, verlor aber auch den Glauben nicht. Nicht dass ich streng gläubig und jeden Sonntag in der Kirche anzutreffen wäre, aber ich glaube und kann mich mit der Kirche identifizieren.

In den letzten Jahren durfte ich meine eigene Konfirmation, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen in verschiedenen Kirchen miterleben. Wenn ich auch nicht immer jedes Wort des Pfarrers mitverfolgte ;-), fühlte ich mich in den Gottesdiensten doch wohl. Die Stimmung mit dem Orgelspiel in den Kirchen und die Kirche als Raum faszinieren mich.

Zurück zur Gegenwart: Nach einem gemeinsamen Gottesdienst mit meiner Tochter – sie “muss” Punkte für die Konfirmation sammeln – diskutierte ich mit einem Kirchenpflegemitglied über Gott und die Welt. Dabei kamen wir auch auf die Kirchenpflege und die damit verbundenen interessanten Aufgaben zu sprechen. Beim nächsten Zusammentreffen im privaten Rahmen wurde das Gespräch wieder aufgenommen. Die Sache wurde konkret. Die Kirchenpflege Lindau sucht ein neues Mitglied. Nach ausführlichen Gesprächsrunden mit der Präsidentin, Gudrun Mandic, und der abtretenden Kirchenpflegerin entschloss ich mich, die Herausforderung anzunehmen. So: Nun stelle ich mich zur Wahl als neues Kirchenpflegemitglied. Ich freue mich unheimlich, mich tiefer mit dem Thema Kirche auseinandersetzen zu können.

Vielleicht noch zwei, drei Sätze zu: “Was reizt mich an der Kirche, was nervt mich?”. Der Reiz ist: Wie kann man die Bibel und ihre Aussagen in unseren heutigen, modernen Alltag einbringen? Sind die Bibel und die Kirche mit ihrem Glauben überhaupt noch zeitgemäss? Wie können vor allem die Pfarrpersonen die Leute empfangen und die Kirche “attraktiv” machen? Wie können wir die Weltbevölkerung mit ihren verschiedenen Glaubensrichtungen und Ansichten näher zusammenbringen und allfällige Auseinandersetzungen vermeiden? Es nervt mich vor allem der Extremismus. Wieso müssen wir Anschläge unter dem Namen des Allmächtigen, wie er auch immer heissen mag, erdulden? Können wir nicht glauben und glauben lassen? Oder wird hier der Glaube missbraucht? Aber leider sind dies Themen resp. Probleme, die wir in unserer kleinen Kirchgemeinde nicht lösen können…

Ich freue mich auf eine spannende Zukunft.

Herzlichst

Pia Lienhard, Mitglied der Kirchgemeinde Lindau

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An den Wendepunkten

Der Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau, Reto Studer, schreibt:

Was “Kirche ist…” – wenn ich auf meine Woche zurückblicke, so komme ich für mich zum Schluss: Kirche ist die pure Vielfalt. Ja – genau so vielfältig wie das Leben:

Am Dienstag durfte ich eine Beisetzung gestalten.
Am Donnerstag begannen wir in “meiner” Konfirmanden-Gruppe, die Konfirmation zu planen.
Heute Samstag zelebriere ich eine Trauung.
Und morgen Sonntag darf ich einen Gottesdienst mit drei Taufen leiten und feiern.

An diesen ganz unterschiedlichen Eck- und Wendepunkten im Leben tätig sein und Menschen begleiten zu dürfen, ist für mich sicher eines der ganz grossen Privilegien im Pfarramt!

Und alle diese Tätigkeiten, alle diese Kasualien bedeuten, hinter den Kulissen, natürlich auch: zahlreiche und v.a. bisweilen sehr persönliche Gespräche im Vorfeld (mit den Hinterbliebenen, den Konfirmandinnen und Konfirmanden, dem Brautpaar, den Tauffamilien – im Lauf eines Tages bunt durcheinandergemischt [1]) und die seriöse, sensible Vorbereitung dessen, was in der konkreten Situation angemessen ist und vom Gegenüber erwartet wird. Für mich als “Pfarrer-Lehrling” ist dies eine grosse Herausforderung – ich nehme aber an und hoffe auch, dass es das auch bleibt.

Die genannten Tätigkeiten und Anlässe, und dazu noch die Leitung dieses Blog-Projekts, sind in dieser sowie der letzten Woche also zusammengekommen – und so habe ich nun wirklich das Gefühl, ich hätte einen guten Eindruck davon, was das heisst: Pfarrer sein.

Was soll ich sagen? Zeitlich passt das ganz gut! In der kommenden Woche werde ich nämlich meinen Vikariatsleiter, Pfarrer Volker Schnitzler, vertreten und also für sämtliche pfarramtlichen Belange in der Kirchgemeinde zuständig sein.

Reto Studer, Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau (studer[at]kirche-lindau.ch)

[1] Da ist es dann keine Überraschung, dass ich heute früh, ein paar Stunden vor der Trauung, feststellte, dass ich im Skript einmal versehentlich vom “Taufspruch” rede…

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Für den Fall der Fälle

Die Kasual-Organistin der Kirchgemeinde Lindau, Martina Brunner, schreibt:

“Kasual-Organistin”… Das tönt ja ganz unmenschlich. Ist es aber nicht!

Gut: ich stelle mich kurz vor. Ich heisse Martina Brunner und bin seit 33 Jahren verheiratet mit Thomas (wir lernten uns in der Lehrerausbildung kennen). Wir haben drei erwachsene Söhne: 28, 26 und 20 Jahre alt. Zum Orgelspiel kam ich mit etwa 19 Jahren, nach neun Jahren Klavierunterricht.

Lindau brauchte eine Organistin unter der Woche, eben im Falle eines Falles… wenn der Kasus – “Fall” – eintritt, dass jemand stirbt oder eine Hochzeit anmeldet (man spricht deshalb auch von “Kasualien”).

Und die “Fälle” könnten nicht verschiedener sein: Die Trauerfamilie braucht Ruhe, Trost und Ermutigung durch die Musik, das Hochzeitspaar wünscht Freude, Glanz und Pomp. Ich lasse mich gern auf diese Feiern ein, und ich glaube, in der Trauer ist man besonders empfänglich für wohltuende Musik.

Sagen Sie mir ruhig mal “grüezi”, wenn Sie mich an einer Beerdigung oder einer Hochzeit sehen. Ich bin dann an der Orgel oder aber beim Wasserflasche-Füllen anzutreffen…

Martina Brunner, Kasual-Organistin der Kirchgemeinde Lindau

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Die Sigristinnen legen nach

Die beiden Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau, Sonja Fernandes und Simone Schmidli, schreiben:

“Alle Jahre wieder”… steht der Frühlingsputz ins Haus! Ja, wir machen das und nehmen das auch ernst. Wir bekommen dann immer Hilfs- und Putzmittel von einer Reinigungsfirma aus Lindau. Da sind richtig gute Putzmittel dabei, die du eben nicht im Laden kaufen kannst. Aber das krasseste Teil ist eine Teleskopstange mit Abstaubbürste dran: x-meterlang ausziehbar! Auch mit festem Boden unter den Füssen hast du mit dem Ding zu kämpfen, dass du die Balance nicht verlierst. Schmerzen im Genick vom ständigen “nach oben Schauen” sind inklusive. Am zweiten Putz- oder Trainingstag mit der Stange nehmen wir dann noch eine Leiter dazu. Ja, der Zirkus lässt wieder grüssen!

Übrigens putzen wir in diesem Jahr gleich im Anschluss an die Frühlingsferien vom 5. bis 7. Mai! Wer freie Kapazitäten hat, ist zum Helfen herzlich willkommen!

Natürlich haben wir draussen um die Kirche auch zu tun, aber das hält sich in Grenzen, weil die Bäume zu gross, die Rabatten am Absterben und die Hecke verdorrt ist. Man müsste mal… Unkraut gibt es ringsum – wie überall – genug. So kann es sein, dass wir dann doch mal dagegen spritzen. Mit einem scheuen Blick zum Gemeindehaus, aber ohne schlechtes Gewissen wird dann schon mal eine Ladung verteilt. Insekten, Spinnen und anderes Getier suchen das Weite. Beruhigend für uns alle: auf der Flasche steht 100% Abbaubarkeit. Wie ist das genau gemeint? Wahrscheinlich biologisch und nachhaltig, und damit sind wir endgültig auf der richtigen Seite!

Schlimmer noch als das Unkraut ist der Kiesweg um die Kirche. Dieser mutiert von Zeit zu Zeit zum Katzenklo – mal mehr, mal weniger. Du erkennst die unheilvollen Häufchen, sorgfältig mit Kies bedeckt, schon von weitem. Wir ersparen uns ein Bild!

Es gäbe noch so manches zu berichten: Da seien die Hauptproben zu den Konfirmationen oder verirrte Vögel im Gotteshaus, aber wir lassen hier gern noch etwas Platz für andere Schreiberlinge.

Herzlichst grüssen

Sonja Fernandes und Simone Schmidli, Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau

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Was geht ab?

Deanna Lerch, ein langjähriges Mitglied des Redaktionsteams für das “Ref-Lok” der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Meine Mitarbeit im Redaktionsteam fing mit der Anfrage an, ob ich bereit wäre, das Editorial für das nächste “Ref-Lok”, dazumal “Kibo” oder “Kirchenbote”, zu schreiben. Bald darauf folgte die Einladung, einmal bei einer Redaktionssitzung reinzuschauen – vielleicht hätte ich ja Interesse, fest mitzumachen… Inzwischen sind etwa zwölf Jahre vergangen, und die monatliche Sitzung ist zu einem festen Termin in meiner Agenda geworden.

Das “reformiert. lokal” flattert monatlich als Beilage der Zeitung “reformiert” in (fast) alle Haushalte der Gemeinde Lindau mit reformierten BewohnerInnen. Wie der Name schon sagt, werden darin alle gemeindeeigenen Informationen publiziert. Wer wissen will, was in unserer Kirchgemeinde gerade abgeht, abgegangen ist oder abgehen wird, findet die Infos im “Ref-Lok”.
Zurzeit besteht die Redaktion, oder streng genommen: die Redaktionskommission, aus fünf Mitgliedern. Von Amtes wegen (aber genauso motiviert) sind die Kirchenpflegepräsidentin Gudrun Mandic und Pfarrer Volker Schnitzler im Team, zudem unsere Mitarbeiterin für das Layout, Christa Binder, und als “Freiwillige” Florian Sorg und ich. Ergänzt wird unsere Gruppe seit Kurzem durch zwei Fotografinnen, Marianne Wegmann und Vanessa Wussow. Wir freuen uns auf ihre Bilder, die neu sogar farbig im “Ref-Lok” erscheinen werden.

Wie entsteht unsere Zeitschrift? Das ist ein wenig wie die Frage nach dem Huhn oder dem Ei. Was kommt zuerst beim Ablauf: der Redaktionsschluss, der Entwurf oder die Sitzung? Kurz vor der Sitzung erhalten wir den Entwurf des nächsten “Ref-Lok” per Email. Im Vorfeld hat Christa Binder alle ihr per Redaktionsschluss zugeschickten Artikel für uns in Form gebracht. Idealerweise wird der Entwurf bereits zu Hause konzentriert durchgelesen, spätestens an der Sitzung geht es dann ans Eingemachte, und es werden allfällige Rechtschreibfehler korrigiert. Daten, Namen und Inhalte werden nochmals überprüft. Ist eventuell ein wichtiger Anlass vergessen gegangen? Viel Fingerspitzengefühl ist gefragt bei stilistischen Korrekturen, die der Verständlichkeit wegen vorgenommen werden müssen. Ganz wichtig natürlich auch der Witz: Wird niemand im Redaktionsteam rot, dann darf er publiziert werden. Bewundernswert, wie unsere Layouterin stets mit einem Lächeln und ohne mit der Wimper zu zucken alle Korrekturen, alle unsere “ich will das doch ganz anders schreiben!” und “hätte dieser Artikel auch noch Platz?” entgegennimmt. Die Änderungen muss Christa bald nach der Sitzung vornehmen, damit der Termin bei der Druckerei eingehalten werden kann.

Danach geht es zur Planung. Welche Anlässe und Informationen gehören in die nächste (oder übernächste) Ausgabe? Wer liefert den Artikel dazu? Über welche Veranstaltung können wir im Nachhinein berichten? Wen können wir für ein Editorial anfragen? Wovon soll der nächste Leittext handeln? Nicht selten geht es dabei lustig zu und her. Manch ein verrückter, nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag aus der Runde wird trotzdem rege diskutiert, im Wissen, dass der Artikel nie, aber wirklich niemals im “Ref-Lok” erscheinen wird. Das Planungsblatt wird nach der Sitzung durch Christa ins Reine geschrieben und als “To do”-Liste per Email verteilt. Genauso gewissenhaft überwacht sie, ob alle Aufgaben bis zum nächsten Redaktionsschluss erledigt und bei ihr sind.

Schöne Momente: Wenn es positive Reaktionen aus der Leserschaft gibt. Für mich besonders motivierend, wenn die LeserInnen beim Sommerquiz mitmachen.

Peinliche Momente: Als ich für einen Artikel ein altes Foto aus dem Archiv ausleihen durfte zum Einscannen und dieses, äh, zeitweilig verlegt hatte. Ich bin überzeugt, dass der damalige Aktuar jetzt noch daran denkt, wenn er mich sieht ☺

Deanna Lerch, Mitglied des Redaktionsteams für das “Ref-Lok” der Kirchgemeinde Lindau

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Diakoniekampagne „Hoffnungsstreifen“ und Filmabend

Der Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau, Severin Frenzel, schreibt:

Im Sommer vergangenen Jahres lancierte die reformierte Landeskirche Zürich eine Diakoniekampagne, um Diakonie sichtbarer zu machen. In Befragungen hatte sich gezeigt, dass viele Kirchenmitglieder zwar diakonische Angebote sehr schätzen, aber eigentlich nicht wirklich bekannt war, was Diakonie eigentlich ist. Die Frage des Diakonats beschäftigt Kirche, seit es sie gibt, daher ist die Antwort, was Diakonie eigentlich ist, gar nicht so einfach. Die Landeskirche hat sich daher zu einem pragmatischen Zugang entschlossen und das Anliegen entwickelt, dass die Kirchgemeinden unter dem Titel und Motto “Hoffnungsstreifen” mit einem einheitlichen Signet ihre Angebote sichtbar machen und auch neue entwickeln, die zu diesem Motto passen.

In Lindau haben wir dann während der mehrwöchigen Laufzeit der Kampagne das Angebot des montäglichen Filmabends entwickelt, welches das gemeinsame Schauen eines Films mit einem anschliessenden Nachtessen im Adidashaus (in Tagelswangen) umfasst. Bis heute hat sich dieser Filmabend, der nun regelmässig einmal monatlich montags stattfindet, zu einer festen Grösse beim diakonischen Angebot entwickelt. Eine bestehende Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat sich etabliert, es kommen jedoch auch immer wieder neue hinzu und sind herzlich willkommen.

Die Filme sind interessante Dokumentationen, nachdenklich oder heiter stimmende Spielfilme sowie Klassiker. Das gemeinsame Erlebnis sowie die guten und wertvollen Gespräche beim anschliessenden Nachtessen werden von allen geschätzt und stärken auch die Gemeinschaft – und damit auch unsere Kirchgemeinde als Ganzes.

Ich freue mich auf viele weitere schöne Filmabende.

Severin Frenzel, Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau (frenzel[at]kirche-lindau.ch)

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Interreligiöser Dialog

Ruedi Lang, ehemaliger Kirchenpfleger in der Kirchgemeinde Lindau und jetzt in der Erwachsenenbildung aktiv, schreibt:

Mein Name ist Rudolf Lang. Wir, d.h. meine Partnerin Barbara und ich – unsere Kinder Christian und Kathrin sind schon lange ausgeflogen –, wohnen seit 34 Jahren in Tagelswangen. Meine Visitenkarte ist mein Berndeutsch, womit ich bereits verraten habe, wo ich aufgewachsen bin. Nach einem 30jährigen Herumvagabundieren als Linienpilot bei Swissair/Swiss bin ich seit acht Jahren pensioniert.

Im Jahre 1998 fragte mich Marianne Kuhn, die damalige Kirchenpflegepräsidentin, ob ich in die Kirchenpflege gewählt werden möchte, das Amt des Liegenschaften-Verwalters sei vakant. Während acht Jahren erlebte ich eine lehrreiche, interessante und bereichernde Zeit in der Behörde. Einige Highlights aus der Liegenschaften-Verwaltung dieser Periode möchte ich erwähnen:
– Renovation des Innenraums der Kirche
– Verkauf und Überbauung des Bockacher-Landes (acht Parzellen wurden verkauft, die neunte blieb im Eigentum der Kirche, und ich konnte als Bauherrenvertreter den Bau der Einfamilienhäuser mitgestalten)
– Teilrenovation des Innern des Pfarrhauses
– Orgelrenovation

Während meiner Zeit in der Kirchenpflege bildeten wir zweimal eine Pfarrwahlkommission, wobei ich die zweite präsidieren durfte, wo wir unseren jetzigen Pfarrer, Volker Schnitzler, wählten.

In diese Zeit fielen auch die schlimmsten Ereignisse in meiner beruflichen Karriere, der Absturz der Langstreckenmaschine MD11 in Hailfax (ich flog damals als Flugkapitän auf dem selben Typ) und kurz darauf der Niedergang der Swissair. Die Tätigkeit in der Kirchgemeinde half mir, diese schwierige Zeit zu meistern.

Nach meinem Rücktritt nach zwei Legislaturperioden führte ich während weiteren vier Jahren die “Brot für alle”-Gruppe.

Seit 2010 arbeite ich in der Erwachsenenbildung unserer Kirchgemeinde mit. Da unsere Gemeinde relativ klein ist und potente externe Akteure, die wir in der Erwachsenenbildung engagieren können, recht teuer sind, ist es sinnvoll, hier mit Illnau-Effretikon und teilweise auch mit Bülach, wo ich Mitglied einer interreligiösen Arbeitsgruppe bin, zusammenzuarbeiten. Dabei möchte ich auch über die christlichen Religion hinausschauen, wie ich später noch weiter ausführen werde, vor allem während der “Woche der Religionen”, die jedes Jahr anfangs November stattfindet.

Während den letzten zehn Jahren meines Berufslebens beflog ich als Flugkapitän auf Langstreckenmaschinen die ganze Welt und hatte die Gelegenheit, mit vielen Religionen, Ethnien und Gesellschaftmodellen in Kontakt zu kommen. Dies motivierte mich nach der Pensionierung, die in der Fliegerei doch recht früh stattfindet, an der Uni in Zürich das Studium der Religionswissenschaft zu belegen, das ich Ende dieses Jahres abschliessen werde. Die Religionswissenschaft ist das Studium der Aussensicht verschiedener Religionen, im Gegensatz zur Theologie, die das Studium der Innensicht einer Religion beinhaltet. Mein Spezialgebiet ist der interreligiöse Dialog, primär zwischen Christen und Islam. Ich möchte auf niederschwelliger Basis in der Gemeinde und der Schule das gegenseitige Verständnis, die Sicht auf die Gemeinsamkeiten, wie auch die Akzeptanz der Differenzen fördern helfen.

Vielleicht werden wir uns bald einmal an einem Anlass oder bei einer anderen Gelegenheit begegnen?

Ruedi Lang, Freiwilliger in der Erwachsenenbildung in der Kirchgemeinde Lindau

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Über Umwege ins Lernvikariat

Der Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau, Reto Studer, schreibt:

Was bei mir in der Taufe, in der Sonntagschule und in der Konfirmation gesät wurde, brauchte viel Zeit zum Reifen. Ich habe zwar schon immer viel und gerne über das Leben und den Tod und in diesem Zusammenhang auch über Glaubensfragen nachgedacht, dennoch war für mich direkt nach der Matura das Theologiestudium keine Option. Interessanterweise war ich aber in Dübendorf, wo ich aufgewachsen bin, einige Jahre im Ten Sing und engagierte mich da auch recht stark. An diese Zeit habe ich nur schöne Erinnerungen! Gegenüber der Kirche hatte ich also nie Berührungsängste, und meine Erfahrungen mit ihr waren durchwegs positiv.

Aber eben: Nach der Matura studierte ich dann zunächst nicht Theologie, sondern eine bunte Mischung anderer Fächer: Publizistikwissenschaft, Staatsrecht und Geschichte. Nach dem Abschluss war ich drei Jahre lang in der Managementberatung tätig, genauer: im Headhunting. Dort durfte ich an vorderster Front an internationalen Suchmandaten mitarbeiten, v.a. innerhalb der Finanzbranche. Das war eine sehr lehrreiche Zeit mit vielen tollen Gesprächen, und ich hätte mir gut vorstellen können, damit noch lange weiterzumachen. Allerdings begann ich mich nun mehr und mehr für theologische Fragen zu interessieren. So stellte sich mir, allmählich auf den 30. Geburtstag zugehend, die Frage: “Muss” es wirklich gleich noch einmal ein ganzes Studium sein – oder reicht es nicht, Theologie als Hobby, neben der Arbeit, zu betreiben? Nach längerem Abwägen entschied ich mich dazu, an die Uni zurückzugehen. Ernsthaft bereit habe ich das nie.

Auch das Theologiestudium habe ich nun abgeschlossen, im letzten Sommer war es so weit. Seither (und noch bis Ende Juli) bin ich jetzt als Lernvikar – man könnte sagen: als “Pfarrer-Lehrling” – in der Kirchgemeinde Lindau unterwegs. Hier bekomme ich unter den Fittichen und an der Seite eines erfahrenen Pfarrers, Volker Schnitzler, praktische Einblicke ins Pfarramt. Und dorthin zieht es mich auch.

Eine Prüfung habe ich bereits bestanden (Unterricht bei “meiner” Gruppe von Konfirmandinnen und Konfirmanden – ein Traum!), drei Prüfungen stehen aber noch aus: in den Bereichen Gottesdienst, Seelsorge und Gemeindeleitung. Wenn alles klappt, werde ich im August ordiniert, d.h. zum Pfarrdienst zugelassen. Und das sollte auch besser klappen: Meine Frau (die gleichzeitig wie ich, aber natürlich in einer anderen Kirchgemeinde das Lernvikariat absolviert) und ich haben unsere Wahl nämlich bereits hinter uns: Uns zieht es im Sommer in den Kanton Aargau, in die Kirchgemeinde Kelleramt.

Reto Studer, Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau (studer[at]kirche-lindau.ch)

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“Minichile” – die Kirche und ihre Traditionen kennenlernen

Susanne Schnitzer, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Gestern hatte ich am frühen Nachmittag mit 9 reformierten Kindern aus allen 4 Gemeindeteilen “Minichile”. “Minichile” heisst der kirchliche Unterricht in der zweiten Klasse. Wir treffen uns alle 14 Tage für 90 Minuten im Pfarrhaus in Lindau, in denen wir spielen, singen, Geschichten hören, malen, ausschneiden, einkleben, erzählen und manchmal einen Film schauen.

Zu Beginn hat uns Natasa Zizakov, die Kantorin der Kirchgemeinde, besucht. Sie hat mit den Kindern das Lied “Gottes Liebi isch so wunderbar” eingeübt. Es hat Spass gemacht, alle waren voll mit dabei.

Anschliessend habe ich den Anfang der spannenden Mosegeschichte aus dem Alten Testament erzählt. Dazu passend schauten wir dann einen Ausschnitt aus dem Film “Der Prinz von Ägypten”. Die Zeit verging im Nu – für ein Spiel im Stuhlkreis, das ein Mädchen vorgeschlagen hatte, reichte es aber noch. Zum Glück war der Unterricht gerade dann vorbei, als die Reihe an mich kam. So fiel nicht besonders auf, dass ich hätte aus dem Stuhlkreis sitzen müssen, weil ich es falsch gemacht hatte! ☺

Morgen Donnerstag habe ich eine weitere Gruppe Zweitklässler im Unterricht. Mit dieser kleineren Gruppe treffe ich mich im “Adidashaus” in Tagelswangen. Der gleiche Unterricht ist doch nicht gleich, da die Kinder andere Fragen stellen und andere Antworten geben. Das finde ich immer wieder spannend.

Obwohl ich an beiden Unterrichtsorten jeweils eine gute Infrastruktur zur Verfügung habe (Beamer, Leinwand, Tageslichtprojektor), bringe ich noch viel zusätzliches Material mit. Sachen zum Anfassen oder Riechen, zum Ausprobieren, Bilder, verschiedene Rätsel, meine Kinderbibel, aus der ich die Geschichten erzähle… meistens sind es zwei Taschen voll.

Susanne Schnitzler, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau (s.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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Aus dem Ressort “Gottesdienst und Musik”

Der Ressortverantwortliche “Gottesdienst und Musik” der Kirchenpflege in Lindau, Heinrich Heider, schreibt:

Ich bin Jahrgang 1952, verheiratet, und wir haben vier erwachsene Kinder.

Durch meine Eltern und Grosseltern wurde ich zum Glauben an Jesus Christus geführt. Den kirchlichen Unterricht habe ich in Lindau besucht. Seit der Heirat besuche ich regelmässig den Gottesdienst. Ich war 32 Jahre lang in einer Freikirche, seit etwa 2010 wieder in der reformierten Kirchgemeinde Lindau.

Ich bin in der Kirchenpflege, weil es mir nicht egal ist, was in der Kirche geschieht. Zudem gebe ich so der Gemeinschaft etwas zurück, was ich auch von ihr bekomme. Da ich erst seit Mitte 2014 in der Kirchenpflege mitarbeite, kann ich noch nicht allzu viel darüber erzählen. Immerhin aber war ich bereits beteiligt an der Ablösung und der Neueinstellung von Kantor und Organistin.

Heinrich Heider, Ressortverantwortlicher “Gottesdienst und Musik” der Kirchenpflege Lindau (heider[at]kirche-lindau.ch)

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“Begegnung wagen”

Hanspeter Schmid, ein regelmässiger Teilnehmer des Angebots “Begegnung wagen” der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Fasnacht?

Nein, sondern ein Ausflug in die Mathematik: ein Möbiusband, also ein Band mit nur einer Oberfläche! Fotografiert in einer Pause von Mathematikstudenten? Nein: anlässlich eines der Treffen im “Rössli”, die regelmässig mittwochmorgens in Lindau stattfinden.

“Begegnung wagen!” wurde von Herbert Müller, unserem inzwischen pensionierten Diakon,
vor zwei, drei Jahren ins Leben gerufen. Ich fand die Idee eines kirchlichen Treffs in einem Restaurant von Anfang an gut. Gott ist bei weitem nicht auf den Sonntagsgottesdienst beschränkt. Auch bei einem Kaffee oder Mineralwasser in einem gediegenen Restaurant möchte Gott uns nahe sein.

Da kommt dann Alltägliches, Interessantes, Nebensächliches, Fröhliches, Schweres zur Sprache. Und manchmal bringt jemand sogar einen Gegenstand mit und zeigt den anderen, womit er sich speziell beschäftigt. So z.B. auch das Fadenaufspul-Tischgerät aus dem letzten oder sogar vorletzten Jahrhundert.

Man kann aber auch ohne etwas kommen und einfach zuhören.

Jedes Mal bin ich von neuem gespannt, wie sich das Zusammensein entwickelt.

Hanspeter Schmid, Teilnehmer des Angebots “Begegnung wagen” der Kirchgemeinde Lindau

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Unsichtbar und unverständlich

Der Pfarrer der Kirchgemeinde Lindau, Volker Schnitzler, schreibt:

“Zwei Dinge hat ein Pfarrer mit dem Heiligen Geist gemeinsam: Unter der Woche ist er unsichtbar, und am Sonntag unverständlich.”

Wie in jedem Witz so steckt auch in diesem ein Körnchen Wahrheit. Nicht unbedingt, dass ich erst am Samstagabend zwischen Sportschau und Abendnachrichten zu arbeiten beginne und mir Gedanken über die Sonntagspredigt mache. Der Wahrheitskrümel in diesem Witz ist eher, dass die Menschen nicht immer wissen, was ein Pfarrer so alles arbeitet.

Am ehesten bekannt sind noch Gottesdienste halten, Ehepaare kirchlich trauen, Kinder taufen, Jugendliche konfirmieren, Verstorbene bestatten. Dazu kommt natürlich noch die Seelsorge, Krankenbesuche zuhause, Spital- und Altersheimbetreuung, Jubilaren- und Elternbesuche. Von Sitzungen und Bürokratie schweigen wir an dieser Stelle.

Weniger bekannt (und bei vielen Pfarrkollege/inn/en immer unbeliebter) ist das Zusammenleben mit den Menschen, das zu meinem Da-Sein gehört. Würde ich nicht als Pfarrer, sondern als “normaler” Familienvater in Lindau leben, der jeden Tag friedlich und unspektakulär zu seinem Arbeitsplatz in der Zürcher City pendelt, müsste ich auch nicht darauf achten, keinen grusslos im Bus zu übersehen. Es käme kein Verein auf die Idee, mich wegen der Moderation eines Jahreskonzerts oder einer Abendunterhaltung anzufragen. Und ich müsste mir nicht überlegen, ob ich in der Grafstaler Badi in knapper Badehose oder doch eher in knielangen Hawaii-Shorts gewandet erscheine.

Auch bin ich durchaus als Abwart unterwegs. Immer mal wieder klingelt es freitagsabends im Pfarrhaus. Ein junges Pärchen von auswärts steht vor der Tür. Man möchte sich die Kirche anschauen, in der man demnächst heirate. Und diese sei eben verschlossen. Ach, es gäbe noch die Sigristin? Man hätte mit dieser vielleicht einen Termin…? Ja klar, jetzt wo Sie das sagen… Aber wenn man doch schon mal da ist… Könnten Sie nicht so nett sein, wir wollen ja noch in den Ausgang…?

In der Kerzenzieh-Saison habe ich mich sogar schon als Mitarbeiter des Werkaussendiensts der Einwohnergemeinde betätigt. Eines Abends während des Kerzenziehens kam eine Dame zu mir hoch und berichtete, ein finsterer Geselle treibe sich in Kaffeestube und Keller herum. Und würde lauthals in einer unverständlichen Sprache fluchen. (Die Damen hatten schon die Kasse versteckt!) Ich kam herunter und versuchte mit dem Mann zu reden. Es war ein Obdachloser aus Polen, der kein Wort Deutsch oder Englisch sprach. Mit meinen paar Brocken Russischkenntnissen erfuhr ich dann von ihm, dass er mittags auf dem Lindauer Friedhof seinen Rucksack im WC deponiert hatte und anschliessend auf Betteltour gegangen war. Als er seine Sachen wieder holen wollte – war das WC abgeschlossen! Der Werksaussendienst macht früher Feierabend als ein Landstreicher!

Fieberhaft überlegte ich, was zu tun sei. Der Mann war bereits äusserst aggressiv, und das Kerzenziehen wollte um 20 Uhr schliessen. Er machte keine Anstalten, das Haus zu verlassen, und ihn auf den nächsten Morgen zu vertrösten, wenn das Friedhofs-WC wieder öffnete, war utopisch. Wie und wo sollte der Mann ohne Schlafsack im nasskalten November übernachten?

Da hatte ich eine Idee: Wäre es möglich, dass der Schlüssel, den ich für die Aufbahrungshalle im Friedhof habe, auch für die WC-Türe passt? Gesagt, getan, wir gingen los. Mir war ehrlich gesagt nicht ganz wohl, und stockdunkel war es da hinten auch. Wie würde der Bursche reagieren, wenn der Schlüssel nicht passt? Ob es mir gelänge, ihn in die Notschlafstelle zu bringen? Gottlob funktionierte der Schlüssel, und der Mann konnte sein Hab und Gut übernehmen. Ich weiss nicht, wer erleichterter war, er oder ich! Nun gab ich ihm noch die Adresse und den Plan zur Notschlafstelle mit, den ich für solche Fälle parat habe. Dann begleitete ich ihn zum Bus, kaufte ihm ein Ticket und alle waren zufrieden.

Wenn es Ihnen also unverständlich sein sollte, dass der Pfarrer wieder einmal unsichtbar ist: Wer weiss – vielleicht schliesst er gerade das Friedhofs-WC auf…

Volker Schnitzler, Pfarrer der Kirchgemeinde Lindau (v.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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“Chilegmeind Lindau, Freese, grüezi!”

Die Sekretärin der Kirchgemeinde Lindau, Katja Freese, schreibt:

Als Sekretärin der Kirchgemeinde Lindau bin ich nun seit 6 Jahren die Stimme am Telefon. Mit Freude gebe ich Ihnen zu allen möglichen kirchlichen Anliegen wie Taufen, Hochzeiten, kirchlichem Unterricht und vielem mehr Auskunft oder vermittle Ihnen die zuständige Person. Sehr gerne begrüsse ich auch Sie einmal am Telefon oder persönlich bei mir im Büro im Pfarrhaus.

Wie bin ich zu dieser Aufgabe gekommen? Vor ziemlich genau sechs Jahren habe ich im regio.ch die Stelle ausgeschrieben gesehen, damals noch für jeweils drei Stunden am Donnerstag- und Freitagmorgen. Eigentlich war ich gar nicht auf der Suche nach einer Arbeit, ich war mit meiner Familie, dem Haushalt und Garten sowie meinen freiwilligen Engagements im Eislaufclub Illnau-Effretikon, beim “Fiire mit de Chliine” in Effretikon oder im Reformierten Wählerverein Illnau-Effretikon gut ausgelastet, und Langeweile kannte ich nicht. Trotzdem hat mich das Inserat angesprochen, und ich dachte mir: Diese Chance kommt nur einmal, pack sie!

Ja, und einen Monat später sass ich schon im Sekretariat und wurde in meine Aufgaben eingeführt, die sehr vielfältig sind:
– Führen der Mitgliederdatei aufgrund der Mutationen, die ich von der Gemeinde erhalte.
– Führen der Klassenlisten ab der 1. Klasse bis zur Konfirmation und Versenden diverser Einladungen zum kirchlichen Unterricht.
– Laufende Aktualisierung des Gottesdienstplanes und Suchen der Stellvertretungen für Pfarrer Volker Schnitzler und die Organistinnen.
– Gestaltung des Schaukastens
– Aktualisierung der Homepage www.kirche-lindau.ch
– Gottesdienst-Inserate für diverse Printmedien und die Beiträge für den Lindauer zusammenstellen.
– Beantworten von Fragen via Mail und Telefon, manchmal auch persönlich im Sekretariat (leider viel zu wenig, und etwas zum Naschen steht immer bereit…).
– Unterstützung der Kirchenpflege
– Alle administrativen Arbeiten im Zusammenhang mit Taufen, Hochzeiten, Todesfällen und Konfirmationen.
– Raumreservationen
… und vieles andere mehr.

Momentan beschäftige ich mich mit den Rechtsgrundlagen für das Kirchensekretariat. Das tönt sehr trocken, und zum Lesen all dieser Paragraphen brauche ich dann auch etwas mehr Ruhe als üblich, aber ich finde die Lektüre sehr spannend, und Aha-Erlebnisse werden wohl nicht ausbleiben.

Wenn ich mich nicht gerade mit irgendwelchen Paragraphen beschäftige, habe ich es lieber, wenn es in meinem Büro richtig rund läuft. Richtig toll finde ich es, wenn das Telefon häufig klingelt und immer wieder mal jemand an meine Türe klopft. Es macht mir überhaupt Spass, mit all den verschiedenen Menschen in Kontakt zu stehen, sie zu unterstützen und am gleichen Strick zu ziehen.

Ein besonderes Privileg war die letzte Amtsperiode, in der ich das Protokoll der Kirchenpflegesitzungen und der Kirchgemeindeversammlungen schreiben durfte. Es hat Spass gemacht, bei den Sitzungen dabei zu sein und die Diskussionen, Anregungen und Beschlüsse in hoffentlich gut verständlichem Deutsch in ein Protokoll einfliessen zu lassen.

Aber auch die laufende Amtsperiode verspricht spannend zu werden mit all den neuen Gesichtern unter den Mitarbeitern und Behördenmitgliedern und den verschiedenen Projekten, wie zum Beispiel “KirchgemeindePlus”, die anstehen.

Ich freue mich auf viele bereichernde Begegnungen und abwechslungsreiche Aufgaben.

Katja Freese, Sekretärin der Kirchgemeinde Lindau (freese[at]kirche-lindau.ch)

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“Fiire mit de Chline” – Gottesdienst für unsere Jüngsten

Yvonne Meitner, bis zu den Sommerferien als Pfarrerin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Wie viele Kinder würden wohl bei meinem ersten “Fiire mit de Chliine” am 11. April in der Kirche Lindau dabei sein?

Das Team (Sonja Fernandes, Natasa Zizakov) war ebenso gespannt wie ich, und so hat es uns gefreut, dass kurz vor 10 Uhr doch ein paar Eltern mit ihren Kindern in der Kirche eintrafen. Ein paar der Kinder waren zum ersten Mal in einer Kirche und auch beim ersten “Fiire mit de Chliine”: kein Wunder inspizierten sie vor und nach dem Fiire die Kirche ausgiebig. Bei einem Orgelspiel unserer Organistin konnten sie zur Ruhe kommen und waren nachher zum Mitsingen des Lieds “Hööch im Chileturm” (immer 1. Lied beim “Fiire”) zusammen mit Bewegungen aufgefordert. Selbstverständlich machten auch ihre Eltern immer mit.

Später erzählte das Team die Bilderbuchgeschichte “Wen hast du am allerliebsten?” mit einer Plüschbärenfamilie.

Nach einer kurzen Vertiefung zur Geschichte, zwei weiteren Liedern mit Bewegungen, Mitteilungen und Segen war das “Fiire” auch schon wieder zu Ende. Beim anschliessenden Zusammensein bei Zopf und Sirup (für die Erwachsenen gab es Kaffee und Mineralwasser) meinten die grösseren Kinder, die Geschichte hätte ruhig länger sein dürfen, aber für die Jüngeren war sie gerade richtig.

Schön wäre es, wenn beim nächsten “Fiire mit de Chline” am Mittwoch, 10. Juni, um 10 Uhr in der Kirche Lindau, alle Sitzkissen besetzt wären.

Alle Familien mit Kindern von drei Jahren bis Kindergartenalter sind herzlich dazu eingeladen!

Yvonne Meitner, Pfarrerin in der Kirchgemeinde Lindau

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4.-Klass-Unti – die Bibel entdecken

Susanne Schnitzer, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Seit Sommer 2009 bin ich in der Kirche Lindau als Katechetin tätig. Mich trifft man einmal im Monat am späteren Nachmittag mit mindestens zwei Taschen Material auf dem Weg ins “Adidashaus” in Tagelswangen an. Gewöhnlich bin ich 45 Minuten vor Unterrichtsbeginn bereits am Einrichten der Räume. In einem Raum essen wir in der Pause am grossen Familientisch Sandwiches, manchmal auch Hot-Dogs, im anderen Raum wird unterrichtet. Ich geniesse die Ruhe, bevor die Kinder kommen, und stelle mich innerlich auf die nächsten 2,5 Stunden ein.

So nach und nach trudeln die ersten 4.-Klässler ein. Nach dem “Grüezi”-Sagen lautet die erste Frage, was es heute zum Z’Nacht gibt, dann: was wir heute machen. Bis alle angekommen sind, reicht es schnell noch für eine Runde Fangis durchs Adidashaus. Nach einer Stunde thematischen Arbeitens freuen sich die Kinder auf eine Stärkung und eine weitere Runde Fangis in der Pause. Teller, Besteck und Gläser können wir in die Abwaschmaschine räumen, die für uns bis zum Ende des Abends bereits abgewaschen hat. Das ist super!

Nach einem zweiten, etwas kürzeren thematischen Teil, beenden wir traditionell den Abend mit einem Spiel, bei dem sich die Kinder noch ein Dessert “verdienen” können. Dann heisst es: “Was? Ist schon fertig?!” Schnell noch “Ade”-Sagen, und schon sausen die Kinder draussen vor dem Fenster vorbei.

Nun ist es wieder ruhig und ich lasse den Abend noch einmal vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Was war gut bzw. wo könnte ich lebendiger, interessanter die vorgegebenen Themen anpacken? Und so gehe ich beschwingt und guten Mutes nach Hause, dass ich Gott und die Geschichten der Bibel den Kindern ein Stück näher gebracht habe.

Susanne Schnitzler, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau (s.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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Aus der Kirchenmusik

Die Organistin und Chorleiterin der Kirchgemeinde Lindau, Natasa Zizakov, schreibt:

Seit Februar 2015 bin ich Organistin und Chorleiterin in Lindau. Eine wunderschöne, helle Kirche und eine Orgel, klanglich und optisch sehr harmonisch aufeinander abgestimmt, laden zum Aufatmen, Nachdenken oder zum Singen, Spielen und Lauschen ein.

Eine anspruchsvolle Zeit lieht hinter mir, samt Wohnungssuche, Umzug und Kantonswechsel. Sehr dankbar denke ich an freundliche und hilfsbereite Begegnungen mit der Kirchenpflege-Präsidentin, Frau Mandic, mit Pfarrer Schnitzler, Kirchenpflege-Musikkommission und weiteren Kirchgemeindemitgliedern und -mitarbeitern. Inzwischen habe ich schon viele andere Menschen kennengelernt. So viele Informationen muss ich noch sortieren, abstimmen und verarbeiten…

Ich bin sehr gespannt darauf, was sich hier alles musikalisch verwirklichen lässt. Wenn ich auf der Empore die Orgelpfeifen zum Singen und Tanzen bringe, höre ich mit viel Freude den schönen, kräftigen Gemeindegesang, manchmal sogar mit frei improvisierter Oberstimme, wie er, aus akustischen Gründen etwas verspätet, zu meinen Ohren zurückschwebt. Da höre ich schon viele gute Stimmen für einen zukünftigen Chor heraus!

Einige mögen es gemütlicher und geniessen den Klang, der im Kirchenraum etwas länger nachklingt. Da tut es mir manchmal leid, dass ich mein eigenes Tempo durchsetzen muss, damit allen genug Atem für die nächste Zeile bleibt ☺

Meine Kollegin Gret Hüni spielte am Karfreitag die Orgel in Lindau, weil ich gleichzeitig den Kirchenchor Rafzerfeld im Gottesdienst in der Kirche Wasterkingen leitete. Die Chorproben wie auch das Instrument- oder Gesang-Üben faszinieren mich immer wieder: Nichts bleibt so, wie es im letzten Moment war, alles ist und bleibt in Bewegung, Musik entsteht und verändert sich dauerhaft, und es klingt immer anders und neu! Für schwierige Stellen im “Crucifixus” von Antonio Lotti werde ich nächstes mal eine Übe-MP3-Datei für fleissige Hauschor-Sänger aufnehmen.

Für den Ostersonntag hatte ich die Geigerin Johanna Pfister als Solistin eingeladen. Wir kannten uns nicht, aber ich war doch sehr zuversichtlich, dass wir wunderbar zusammen musizieren können. Sie ist Konzertmeisterin des Streichensembles am Dom St.Gallen, und die Karwoche war mit Proben schon überfüllt. So blieb uns allein die Möglichkeit, am Ostersonntag direkt vor dem Gottesdienst zu proben. Die Noten hatte sie mir bereits vorab geschickt. Um 8 Uhr trafen wir uns in der Kirche, beide 150% vorbereitet, damit wir genug flexibel aufeinander reagieren können. Kleine “Pannen” sind bei den vielen komplexen Abläufen immer möglich. Es ist eben “live”… Zudem hatte ich ein paar Änderungswünsche bei einem Stück, damit Geige und Orgel mehr Musikdialog führen können, und es klappte sehr gut! Da wir eher meditative Stücke spielten, wählte ich noch eine rassige Orgeltoccata für den “Ausgang”, die leise beginnt und wie eine Rakete in rasendem Tempo und crescendo wie ein Wunder “abhebt”. Noch kurz vor dem Gottesdienst eilte Reto Studer auf die Empore, um uns zu helfen: ein Fotoshooting für sein Blog. Haben wir auch noch rechtzeitig geschafft:

A propos “Ausgangsstück”: Alle blieben sitzen, und der spontane Applaus am Ende des Gottesdienstes freute uns beide sehr! Johanna fuhr dann gleich weiter nach St. Gallen: zur Vorprobe und zum Nachmittagskonzert am Dom.

Für einen Taufgottesdienst hat Claire Schmid eine Bearbeitung des Liedes “Bi de Taufi…” für Klavier und Geige des Grütener Organisten und Komponisten Dieter Fuchs vorgeschlagen. Es klingt schön und erfrischend groovig. Wir treffen uns bald, um es durchzuspielen. Am 19. April ist der nächste Taufgottesdienst, und so gibt es schon bald Gelegenheit, das bekannte Lied in neuem Gewand zu präsentieren. Claire ist eine sehr gute Laienmusikerin, singt, spielt Blockflöten und Geige, hilft und macht unermüdlich mit. Sie hat sogar eine Blockflötenschule herausgegeben. Ich freue mich riesig auf die baldige Probe mit ihr.

Im Mai dann gastieren der Musikverein Kemptthal (Muttertag) und als Solisten unser Diakon Severin Frenzel, Cello (Himmelfahrt), und Vitalij Vosnjak, Saxophon (Konfirmationen), bei uns. Nächste Woche werde ich zum ersten Mal mit den Unti-Kindern bei unserer Katechetin Susanne Schnitzler singen.

Am Sonntag, den 5. Juli, lade ich alle Interessierten herzlich zu einem Offenen Singen ein.

Eine provisorische Planung für das ganze Jahr 2015 steht schon, und ich freue mich auf meine vielfältigen Musikaufgaben in Lindau.

Natasa Zizakov, Organistin und Chorleiterin der Kirchgemeinde Lindau (zizakov[at]kirche-lindau.ch)

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Sieh einmal die Kanzel an, wie die Kanzel…

Der Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau, Reto Studer, schreibt:

Angehenden Lernvikarinnen und Lernvikaren wird ja wärmstens empfohlen, sich ihre künftige Ausbildungsgemeinde vorab genau anzusehen. Zurecht: Denn auch wenn es dann ein Jahr lang nicht gleich knistern muss – knallen sollte es halt auch nicht.

Davor hatte ich aber nie Angst, denn ich hatte mit meinem jetzigen Vikariatsleiter, Pfarrer Volker Schnitzler, bereits zweimal kurz an kirchlichen Anlässen gesprochen, bevor ich ihn wegen eines Ausbildungsplatzes anfragte. Und da eine Studienkollegin, ein Studienkollege und ein Freund (und notabene: auch Trauzeuge), die hier zuvor ihre Praktika absolviert hatten, meinten, “Lindau und der Volker” und ich würden gut zusammenpassen, fand ich: Mehr muss ich nicht wissen. So habe ich mir z.B. die Kirche überhaupt nie angesehen, bevor ich im August ins Vikariat einstieg. Wieso auch?

Kaum hatte ich hier begonnen, wurde ich dann allerdings auf die Lindauer Kanzel aufmerksam gemacht. Genauer: auf das Schnitzwerk im unteren Bereich – auf dem Foto ist ein Exemplar davon rot eingekreist.

So – und jetzt ein kleiner Ausflugstipp von mir: Gehen Sie einmal in unsere schöne Kirche (sie ist selbstverständlich auch wochentags geöffnet), wagen Sie sich zur Kanzel vor – und schauen Sie sich “das” genauer an. Glauben Sie mir: Sie werden Skan-da-lö-ses entdecken. Was wurde da nämlich hineingeschnitzt?

(Ach ja: Ich habe es natürlich trotzdem nie bereut, hier wegen eines Vikariatsplatzes angefragt zu haben.)

Reto Studer, Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau (studer[at]kirche-lindau.ch)

Vermutungen werden gerne entgegengenommen. Oder haben Sie ein ganz anderes Anliegen? Lassen Sie es uns wissen – wir freuen uns! Klicken Sie auf die Sprechblase im oberen Bereich dieses Beitrags und schreiben Sie dann einen Kommentar, oder schicken Sie uns ein E-Mail (studer[at]kirche-lindau.ch).

3.-Klass-Unti – Kirche (er)leben

Christine Meier, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Wir Katechetinnen führen die Kinder in das biblische Erbe ein und vertiefen ihr Grundwissen über den Glauben. Wir leiten die Kinder dazu an, für ihre Erfahrungen und Entdeckungen im Glauben eine Sprache und einen kreativen Ausdruck zu finden. Kinder brauchen Wurzeln und Flügel. Auch im Glauben brauchen sie Beheimatung und Begleitung.

Als Katechetin unterrichte ich im 3.-Klass-Unti die vier Themen:

Taufe – was bedeutet sie uns heute? (Begleiten einer Tauffamilie, Miterleben einer Taufe)
Gebet – zwischen Hemmung und Bedürfnis (Unser Vater mit den “Dein”-Sätzen und den “Unser”-Bitten)
Abendmahl – Bedeutung und Erlebnis
Pfingsten – pfingstliche Auswirkungen damals und heute (Pfingstgeist auch heute spürbar: als Kraft, Mut, Freude, Versöhnung, Frieden, Trost)

Aktuell sind wir beim Thema Abendmahl. Am 22. März feierten wir den Abendmahls-Gottesdienst. Voller Freude formten die Kinder zuvor das Abendmahlsbrot, das wir dann im Gottesdienst miteinander teilten. Auch beim Trinken vom Traubensaft im grossen Kreis der Kirchenbesucher war eine tiefe Andacht spürbar.

Beim Thema Abendmahl beschäftigen wir uns auch mit der Passion (Leiden von Jesus) und mit Ostern (Auferstehung Jesus). Anhand von Bildern zum Prozessionsweg tragen die Kinder zusammen, was sie bereits über die verschiedenen Leidensstationen wissen. Aus den Fragen der Kinder ergeben sich spannende Gespräche.

Mit dem Lied “Ich lade eui ii” gelingt es, die Einsetzungsworte kindergerecht zu erklären. Wenn die Schülerinnen und Schüler etwas von diesem Geheimnis erahnen, so ist ein wesentlicher Teil des Abendmahls “verstanden”.

Ich lade eui ii zu Brot und Wii
und zum mit mir zämesii.
Dänked a mich und a miis Riich,
dänn wird ich immer bi eui sii.
Jesus seit, ich lad eui ii.
Chömed alli, Gross und Chlii.
A mim Tisch dörf jede sii,
immer bin ich au debii.

(Andrew Bond)

Christine Meier, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau

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Unterwegs ins Pfarramt

Der ehemalige Pfarr-Praktikant in der Kirchgemeinde Lindau, “Noch-Student” und angehende Pfarrer Matthias Dübendorfer schreibt:

“Was, über 50 und immer noch Student?”

Ganz so offen wird mir diese Frage zwar selten gestellt. Und doch habe ich oft das Gefühl, dass sich mein Gegenüber genau dies fragt, wenn ich mich mit meinen angegrauten Schläfen und der nicht mehr ganz faltenfreien Haut als Theologiestudent vorstelle. Oft gebe ich die Antwort ungefragt gleich selbst: Nein, ich bin nicht immer noch Student, sondern wieder Student. Ich habe mich nach zwanzig Jahren Berufstätigkeit dazu entschieden, noch einmal etwas Neues zu wagen und ein Theologiestudium in Angriff zu nehmen.

Aber wie kommt einer dazu, im besten Alter seinen Job an den Nagel zu hängen und wieder die Schulbank zu drücken?

Nach meinem Erststudium in Mathematik und Physik zog es mich in die Informatik. Damals, in den späten Achtzigerjahren, herrschte in der “elektronischen Datenverarbeitung” eine Art Goldgräberstimmung. Menschen mit einem Flair für Logik und abstraktes Denken waren sehr gefragt, um die Programme für die rasant wachsenden Computersysteme von Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen zu schreiben. So liess ich mich von einer Bank als Analytiker-Programmierer einstellen. Mit den Jahren bildete ich mich weiter, spezialisierte mich auf Datenbanksysteme und arbeitete schliesslich als Consultant für ein IT-Beratungsunternehmen.

So weit, so gut, möchte man meinen. Doch mit der Zeit merkte ich, das mir das hektische Erneuerungstempo der Informatik immer sinnleerer vorkam: “Plus ça change, plus c’est la même chose.” Zudem wurde mir die Finanzwelt immer fremder, je näher ich sie kennenlernte. Eine Neuausrichtung drängte sich also auf. Doch in welche Richtung? Um diese Frage zu klären, nahm ich eine Laufbahnberatung in Anspruch. Nach einigen Beratungssitzungen und dem Ausfüllen vieler Fragebögen ging es an die Auswertung. Aus der langen Liste an Berufen, die meinem Profil entsprächen, stach mir sofort einer ins Auge: “Pfarrer/Pastor”. Und mir war – zu meiner eigenen Überraschung – sofort klar: Das ist es! Aber so abwegig, wie sie mir im ersten Moment vorkam, war die Idee beim zweiten Hinsehen dann doch nicht. Ich war in den Jahren zuvor immer mehr in unsere Kirchgemeinde hineingewachsen, hatte mich aktiv zu beteiligen begonnen und Freiwilligenarbeit übernommen. Weshalb also das Interesse nicht zum Beruf machen?

Nur: Wie wird man überhaupt Pfarrer?

Die Ausbildung zum Pfarrer ruht auf zwei Standbeinen. Das eine ist ein zehnsemestriges Theologiestudium an der Universität, das mit dem Master in Theologie abgeschlossen wird. Das andere Standbein ist die kirchliche Ausbildung, die teilweise schon parallel zum Studium absolviert wird. Sie beginnt mit einer Reihe von Eignungsabklärungen, den sogenannten KEA-Explorationen. Darauf folgt zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium das Ekklesiologisch-praktische Semester (EPS), in dem die Studierenden erste Praxiserfahrungen sammeln können. Dieses Praktikumssemester absolvierte ich in Lindau. Im EPS sollen nicht nur Erfahrungen im engeren kirchlichen Bereich gesammelt werden, sondern es wird auch das weitere Umfeld der Kirchgemeinde einbezogen. So erteilte ich während des EPS Unterricht an der Sekundarschule Grafstal und arbeitete als Hilfspfleger im Alterszentrum Bruggwiesen. Abgeschlossen wird die kirchliche Ausbildung durch das Lernvikariat, ein einjähriges pfarramtliches Praktikum, in dem der Kandidat nach dem universitären Masterabschluss sein berufliches Handwerkszeug erwirbt und schliesslich seine praktische Prüfung ablegt. In Lindau ist derzeit Reto Studer als Lernvikar tätig.

Ich selbst stehe nun kurz vor dem Abschluss meines Masterstudiums. Das Lernvikariat werde ich ab August an der Stadtkirche Winterthur absolvieren. Leider muss das Lernvikariat in einer anderen als der EPS-Gemeinde stattfinden, sonst wäre ich sehr gerne wieder nach Lindau gekommen.

Trotzdem bleibe ich noch mit Lindau verbunden:

In meiner Masterarbeit beschäftige ich mit dem Thema “Mundart und Standardsprache im Gottesdienst”. Dazu halte ich Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden und befrage die Teilnehmer zu ihren Eindrücken. Für zwei dieser Gottesdienste darf ich die Gastfreundschaft der Kirchgemeinde Lindau in Anspruch nehmen, der zweite davon wird diesen Sonntag, am 12.4., stattfinden. Ich würde mich natürlich freuen, Sie zu diesem Gottesdienst und zum anschliessenden Nachgespräch begrüssen zu dürfen!

Matthias Dübendorfer, angehender Pfarrer

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Diakonie – Ausdruck von Kirche

Der Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau, Severin Frenzel, schreibt:

Oft hört man den bekannten Ausspruch “Diakonie ist Ausdruck von Kirche”. Am ehesten trifft es noch mein Verständnis von Diakonie, wenn man sie als Gemeinschaft auf der Basis christlicher Werte beschreibt.

Mit der Mission hat Diakonie insofern zu tun, als dass eine ihrer Wurzeln die sogenannte “Innere Mission” ist, die im 18. und 19. Jahrhundert die negativen Folgen der industriellen Revolution bekämpfte: Armut in der Bevölkerung, Kindersterblichkeit, Hunger, Unterversorgung und Rechtlosigkeit. Die Innere Mission missioniert nicht Ungläubige zum Christentum – das wäre “Äussere Mission” –, sondern sie ist soziale Arbeit auf der Grundlage der christlichen Nächstenliebe.

Von diesem Ausgangspunkt her kann man auch unsere diakonischen Angebote in Lindau verstehen. Die Lebensverhältnisse, in denen wir leben, sind heute andere, wichtig sind jedoch noch immer Gemeinschaft, Beisammensein und ein tragfähiges Miteinander auf Grundlage der christlichen Wertegemeinschaft.

So findet bei uns regelmässig einmal monatlich ein Filmabend mit einem einfachen Nachtessen statt. Hier schauen wir wertvolle Filme, die zum Nachdenken einladen und das Gespräch anregen. Zweimal monatlich treffen sich Jugendliche beim “Together” zum Jugendtreff. Wöchentlich mittwochs im Restaurant “Rössli” in Lindau und einmal monatlich im Café “Raindli” in Winterberg treffen sich Erwachsene zum “Begegnung wagen”, zu Kaffee und Gespräch.

Zur Diakonie gehört die Vernetzung, denn sie nimmt den Mensch in seinen Lebensbezügen in den Mittelpunkt. So gibt es gemeinsame Anlässe mit der politischen Gemeinde, bestehen Kontakte und Austausch mit Schulen und Vereinen.

Wichtig ist dabei, dass der Mensch im Zentrum steht, mit seinen Fähigkeiten und Eigenheiten, seinen Interessen und seinen Wünschen und Bedürfnissen. Inhalte von Gesprächen und Anlässen orientieren sich in diesem Sinne am Menschen und reagieren auf das, was gerade wichtig ist und den Einzelnen oder eine Gruppe beschäftigen.

So ist Diakonie ein spannendes Arbeitsfeld und ein kirchliches Abenteuer, auf das ich mich gerne jeden Tag neu einlasse.

Severin Frenzel, Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau (frenzel[at]kirche-lindau.ch)

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“Kirche ist…” – im “Regio”!

Was für ein Ansporn: Unser Projekt ist auch für das “Regio” interessant!

In seiner Ausgabe für den Bezirk Pfäffikon von heute, dem 9.4.2015, findet sich dieser schöne Artikel von Annalisa Hartmann (für eine grössere Ansicht das Bild anklicken):

All unseren neu hinzugestossenen Leserinnen und Lesern ein herzliches Willkommen – und: frohes Stöbern!

Reto Studer, Lernvikar (studer[at]kirche-lindau.ch)

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“Bibel in unserer Zeit”

Fritz Springer, ein regelmässiger Teilnehmer des Angebots “Bibel in unserer Zeit” der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Seit ein paar Jahren bin ich dabei. Was macht man denn da? Sicher hat es “nur” alte Damen und… Auch ich hatte Vorurteile. Heute schätze ich diese Gesprächsrunde. Wenn Sie einmal vorbeischauen, werden Sie sehen, dass es anders ist, als Sie denken.

Männer und Frauen sitzen mit Pfarrer Volker Schnitzler im kleinen Gruppenraum des Pfarrhauses Lindau um einen Tisch herum und haben einen kopierten Text aus dem Markusevangelium (Zürcher Übersetzung 2007) vor sich. Auf der rechten Seite des Blattes ist genügend Platz für Notizen. Der Text wird gelesen. Was verstehen die Teilnehmer z.B. unter “Salz der Erde”? Sal, Sel, Salt bedeutet SALZ. Die Ausdrücke Salus – Heil, Wohlergehen – und Salär sind aber auch mit dem Begriff Salz verwandt. Es wird eifrig ausgetauscht:

Natürlich tragen Hintergrunderklärungen von Pfarrer Volker Schnitzler oder von Lernvikar Reto Studer zum Textverständnis bei. Man erfährt u.a., dass die Sadduzäer die Pharisäer beinahe als Sektierer betrachteten, weil letztere an die Auferstehung glaubten.

Es kann aber auch vorkommen, dass anhand eines Hintergrundtextes einer Tageszeitung Unterschiede von Koran und Bibel aufgezeigt werden.

Noch eine Bemerkung: Im Pfarrhaus kann die Zürcher Bibel auch in Grossdruck ausgeliehen werden.

Fritz Springer, Teilnehmer des Angebots “Bibel in unserer Zeit” der Kirchgemeinde Lindau

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Fähnlein Fieselschweif im Pfarrhaus

Der Pfarrer der Kirchgemeinde Lindau, Volker Schnitzler, schreibt:

Was ein Gemeindepfarrer so im Allgemeinen treibt, ist ja bekannt. Zumal wenn im Pfarrhaus, das bekanntermassen ein Glashaus ist, noch Licht brennt. Darum sei an dieser Stelle immer wieder über eher Unbekanntes und Allzumenschliches berichtet. Wenn z.B. jemand am Kerzenziehen im Pfarrhaus teilnimmt und in der Pfarrwohnung die öffentliche Toilette vermutet.

Oder: Die letzte Woche war reich befrachtet mit Gottesdiensten vor und an Ostern. Den Auftakt bildete am Gründonnerstag die Abendandacht in der Kirche. Ich rechnete wie meist mit 10-12 (meist älteren) Personen. Plötzlich ging die Kirchentür auf, und erst ein, dann zwei, dann drei und schliesslich vier Jugendliche kamen herein, so um die 15 Jahre alt. Das senkte den Altersdurchschnitt gewaltig. Und, was auffiel: Die drei Mädchen und der Bursch trugen Pfadihemden, allerdings klatschknass.

Es handelte sich um einen Trupp, der mittags am Zürcher Paradeplatz losmarschiert war und es bei strömendem Regen gerade noch in die Lindauer Kirche geschafft hatten. Sie würden eine Übung machen und müssten bis Ostersonntag zu Fuss bis zum Rheinfall tippeln. Ob ich vielleicht eine Unterkunft wüsste…? Na klar wusste ich eine: das Pfarrhaus! Mit Teeküche und WC im Parterre und einem Mehrzweckraum, wo genug Platz für Ruck- und Schlafsäcke samt menschlichem Inhalt ist.

Die Jugendlichen liessen es sich aber nicht nehmen, vorher an der Andacht teilzunehmen, und anschliessend wurde noch munter mit den anderen Teilnehmern geplaudert. Eine Dame eilte schnurstracks nach Hause und wieder retour, um den für Karfreitag gebackenen Zopf zu holen, damit die jungen Leute morgens auch ja nicht hungrig weitermarschieren mussten. Ein Glas feine selbstgemachte Mirabellen-Marmelade obendrauf.

Im Pfarrhaus gab’s dann noch verschiedene warme Focacce aus Pfarrers Kühltruhe. Und am Karfreitag-Morgen tippelten die Vier dann wieder los. Die Mirabellen-Konfi stand übrigens ungeöffnet auf dem Tisch. Verwöhnte Schweizer Jugend? Mitnichten! Sie haben das Glas nicht aufgebracht!!! So labt sich nun die Pfarrfamilie am Marmeladenglas…

Was ‚focacce‘ sind? Hier geht’s zur Auflösung.

Volker Schnitzler, Pfarrer der Kirchgemeinde Lindau (v.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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Diakonie in der Gemeinde

Die Ressortverantwortliche “Diakonie” der Kirchenpflege in Lindau, Marianne Sewer, schreibt:

Seit Herbst 2014 darf ich als gewählte Kirchenpflegerin tätig sein. Das Ressort “Diakonie” wurde mir zugeteilt. Vor dieser Zeit hatte ich nie damit gerechnet, geschweige denn davon geträumt, in einem öffentlichen Amt tätig zu sein. Ich besuche gerne regelmässig Gottesdienste, vor allem in unterschiedlichen Formen und in verschiedenen Kirchen. Dies geschah allerdings erst in späteren Jahren und regelmässiger zusammen mit der Erziehung der eigenen Kinder. Diese besuchten die Sonntagsschule, nahmen am Religionsunterricht teil und schlossen ihre “kirchliche Kindheit” mit der Konfirmation ab. Kurze Zeit war ich auch Teil der “Kinderhüeti” in der Kirche Effretikon. So erlebte ich immer wieder die Atmosphäre in Kirchen.

Durch den Tod meiner Mutter bekam ich aber noch einen anderen Zugang zur Kirche und zu Gott. Der Pfarrer, der uns damals in der Trauerphase begleitete und noch einige Zeit darüber hinaus, gab mir unendlich viel mit auf den Weg. Auch nachdem mein Vater starb, durfte ich wieder auf seine Unterstützung in dieser schwierigen Phase zählen. Als er erfuhr, dass ich für die Kirchenpflege angefragt wurde, bestärkte er mich und empfahl mir, diese Aufgabe anzunehmen. Man werde viele schöne Erlebnisse und Augenblicke erleben.

Die Pflege meines Vaters und die damit verbundenen Altersheim-Besuche brachten mich dann das erste Mal etwas intensiver in den Kontakt und Umgang mit älteren Menschen. Nun habe ich durch mein Ressort ebenfalls häufig Gespräche mit unseren Ältesten. Diese schätze ich sehr, denn man sieht dieses Leuchten in ihren Augen, wenn sie jemanden haben, der zuhört, oder wenn sie von früher erzählen können. Sie sind sehr dankbare Mitmenschen. In dieser kurzen Zeit durfte ich schon einige Erlebnisse haben, aber auch Erfahrungen sammeln und viele neue Gesichter kennenlernen, zum Beispiel an Anlässen der Pro Senectute, bei lebensphase 3, Verein Fähre, “Adventsstubete” und Ziischtigsträff (“Lismerfraue”). Dies sind nur einige der Institutionen, die ich betreuen darf. Ich bin mir sicher, dass ich noch viel mehr erleben werde und hoffe, auch anderen etwas weitergeben zu können.

Für die Zukunft wünsche ich mir noch viele gute Gespräche und neue Herausforderungen zusammen mit der Kirchenpflege.

Marianne Sewer, Ressortverantwortliche “Diakonie” der Kirchenpflege Lindau (sewer[at]kirche-lindau.ch)

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Nicht ganz Alltägliches von den Sigristinnen

Die beiden Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau, Sonja Fernandes und Simone Schmidli, schreiben:

Hauswart der Kirche – oder doch etwas mehr? Vom Taufgottesdienst, Hochzeit, Sonntagsgottesdienst bis zur Abdankung – oder doch etwas mehr? Hier geht es von Mensch zu Mensch in unterschiedlichen Lebenslagen und zu Anlässen jeglicher Art. Freud und Leid liegen dicht beieinander, aber das wissen Sie doch alles, das spielt sich für alle auf der Bildfläche ab.

Ein paar Episoden gefällig, die Sie nicht kennen…?

Leise rieselt nicht der Schnee. Nein: Leise rieseln die Fliegen die Kirchturmtreppe hinunter. Nicht zwei, nicht drei… nein: wahrscheinlich Tausende. Und wenn wir dann die Deckenklappe zur nächsten Etage öffnen, sollte der Staubsauger unbedingt einsatzbereit sein. Der Boden ist schwarz – lieber Gott, wo kommen die denn alle her?

Der Christbaum ist bestellt. Vier Meter hoch soll er sein. Schon das ist nicht mehr SUVA-konform. Dann kommst du in die Kirche und siehst auf den ersten Blick: So eine grosse Leiter haben wir nicht… Und wenn wir noch eine hätten: Wen schicken wir da hinauf? Elektrische Beleuchtung, was für eine segensreiche Erfindung! Wehe, du bist an Heiligabend zu spät dran mit Kerzen-Anzünden… der Baum zu hoch, und alle schauen zu. Es ist wie im Zirkus Knie, und du bist der Clown – ungewollt natürlich. Dein Kopf glüht, und man könnte dich als rotes Licht auf einen hohen (Kirch-)Turm stellen!

Nicht zu vergessen: falsches Programmieren der Kirchenglocken. Unsere “Hausfrauen-Sigristinnen” wieder! Das erfahren wir immer mit etwas Zeitverzug, da wir – vielleicht zum Glück – im Nachbardorf wohnen. So rutscht uns nicht gleich beim ersten falschen Glockenschlag das Herz in die Hose oder sonst irgendwohin. Ärgerlich ist es allemal, böse Absicht war es nie.

Mit einem Augenzwingern herzlichst

Sonja Fernandes und Simone Schmidli, Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau

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“Brot für alle”

Minie Storm Le Heux, ein langjähriges Mitglied der “Brot für alle”-Freiwilligengruppe in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Ich bin Mitglied der reformierten Kirche und 77 Jahre alt. Früher, als ich noch berufstätig war, habe ich mich auch schon in der Kirche engagiert. Es ist einfach schön, auf diese Art “dazuzugehören”. Und Kirche, das sind wir alle!

Während der Apartheid in Südafrika habe ich mit einer Gruppe dazu kritische Gottesdienste gestaltet und dann auch bei der Gründung eines der ersten Dritte-Welt-Läden (des “Mitenand-Lade”) in Effretikon mitgemacht. [1] In dieser Zeit ist mein Bewusstsein entstanden, dass der Hunger auf der Welt menschengemacht ist und dass wir dafür Veranwortung übernehmen müssen. So bin ich dann später auch in unsere Brot für alle-Gruppe gekommen.

In dieser Gruppe treffen wir, zurzeit acht Mitglieder, uns drei- bis viermal im Jahr und organisieren zusammen die vier verschiedenen Anlässe.

Das sind der Eröffnungsgottesdienst, den wir mitgestalten und in dem wir über das Projekt informieren, das wir in der Kirchgemeinde Lindau jeweils aktuell unterstützen.

Dann der Wähenzmittag, an dem wir die von den Bewohnerinnen und Bewohnern gebackenen süssen und salzigen Wähen verkaufen. Es ist einfach toll, wie viele verschiedene Wähen dabei gespendet werden! Dieses grosse Engagement in der Bevölkerung ist nicht selbstverständlich. Das ist immer ein persönliches Highlight für mich und motiviert mich sehr.

Dann sind wir im Sommer an der Chilbi in Lindau mit einem Verkaufsstand mit Lebensmitteln und Handwerk aus armen Ländern dabei. Dabei kommen immer wieder gute Gespräche zustanden.

Und im Herbst schliesslich findet jeweils der Erntedank-Gottesdienst statt, nach dem viele gespendete Lebensmittel, von Gemüse und Obst zu Brot und anderem, und auch wieder unser Sortiment von fair gehandelten Produkten verkauft werden. Wir haben übrigens einen kleinen “Claro”-Verkaufsladen im Pfarrhaus mit Selbstbedienung. Nach dem Erntedank-Gottesdienst gibt es jeweils auch noch ein von unserer Gruppe gekochtes Essen.

Ab und zu helfe ich ausserdem noch beim “Chilekafi” nach dem Gottesdienst mit.

Ich bin ein kritisches Kirchenmitglied, das durchaus nicht einfach alles annimmt, was mir vorgelegt wird. Es ist aber gut, dabeizusein und meinen Teil beizutragen. Ein Kirchenaustritt würde für mich deshalb nie (!) zur Debatte stehen.

Minie Storm Le Heux, Mitglied der “Brot für alle”-Freiwilligengruppe in der Kirchgemeinde Lindau

[1] Anmerkung von Reto Studer: In diesem Zusammenhang (Apartheid in Südafrika) ist es für Sie, liebe Leserin und lieber Leser, bestimmt interessant zu erfahren, dass die Schreibende gebürtige Niederländerin ist.

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Typenfrage

Der Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau, Reto Studer, schreibt:

In der Kirche neigen wir ja dazu, uns offensiv als “nicht typisch Kirche” verkaufen zu wollen. Und wenn Fremde erfahren, dass ich Pfarrer werde, lautet die erste Reaktion oft: “Hätte ich jetzt nicht gedacht – bist halt anders als der typische Pfarrer!” Meinen Kolleginnen und Kollegen im Vikariat geht es übrigens ähnlich.

Das lässt eigentlich nur diesen einen Schluss zu: “Nicht typisch” ist das neue “typisch”. Wollen wir als Kirche “nicht typisch” sein, dann müssten wir also – uns “typisch” geben.

Nur: Was heisst das jetzt?!

Reto Studer, Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau (studer[at]kirche-lindau.ch)

Haben Sie eine Idee? Oder ein ganz anderes Anliegen? Lassen Sie es uns wissen – wir freuen uns! Klicken Sie auf die Sprechblase im oberen Bereich dieses Beitrags und schreiben Sie dann einen Kommentar, oder schicken Sie uns ein E-Mail (studer[at]kirche-lindau.ch).

Eine Woche mit der Kirchenpflege-Präsidentin

Die Präsidentin der Kirchenpflege in Lindau, Gudrun Mandic, schreibt:

Ich habe die Ehre, diesen Blog zu eröffnen. Ein bisschen Muffensausen hab ich schon, denn es ist mein erstes Mal… Die Idee unseres Lernvikars finde ich toll. Ich erzähle deshalb gerne, was ich so mache.

Die Kirchenpflege bearbeitet ja nicht etwa Kirchenbänke mit Möbelpolitur, wie der Name suggerieren könnte, sondern sie versucht, das Kirchenleben möglichst gut in Gang zu halten, so, wie der Gemeinderat das für die politische Gemeinde tut. Und wie der Gemeinderat sind auch wir ein Team von sieben Mitgliedern, mit verschiedenen Ressorts. Diese haben Namen wie “Präsidium” (meines), “Gottesdienst und Musik”, “Bildung”, “Diakonie” und andere. Vielleicht werden Ihnen die Ressortinhaber noch mehr dazu berichten. In anderen Kantonen nennt sich die Kirchenpflege denn auch Kirchgemeinderat. Es gibt also keinen Unterschied zwischen “-rat” und “-pflege”.

Am Montagabend war ich im “h50″ an einem Kurs zum Thema “Dialog”. Das “h50″ ist der Ort, wo wir Kirchpfleger uns weiterbilden oder anrufen, wenn wir “Erste Hilfe” benötigen. Ein schönes grosses Haus am Hirschengraben 50 in Zürich – deshalb der Name.

Am Dienstag habe ich mich mit einigen Mitarbeitern im kleinen Sitzungsraum im Erdgeschoss des Pfarrhauses getroffen; dort ist unser Sekretariat, und dort gibt es zwei verschieden grosse Gruppenräume für Unterricht, Sitzungen und Gespräche. Im Mitarbeiterkonvent, der in der Woche zuvor getagt hatte, hatte es einige Beschwerden und Anregungen gegeben, die wir besprechen wollten.

Später habe ich mich noch auf den Abend vorbereitet. Wir, d.h. meine Kolleginnen und Kollegen aus der Kirchenpflege und ich, waren mit einem Bewerber auf unsere offene 40-Prozent-Jugendpfarrstelle für ein Bewerbungsgespräch im selben Raum verabredet.

Am Mittwochvormittag war ich im Sekretariat. Ich gehe regelmässig mindestens einmal in der Woche vorbei, um mein Postfächli zu leeren und Briefe oder Formulare zu unterschreiben. Übrigens schätze ich auch den Kontakt mit unserer stets freundlichen und kompetenten Sekretärin. Wenn ich den richtigen Tag wähle oder Glück habe, treffe ich auch Pfarrer und Diakon oder weitere Mitarbeiter. Ein paar Worte liegen dabei fast immer drin. Ich mag persönliche Kontakte!

Später wurde ich noch von der Gemeindeverwaltung darüber informiert, wie der zeitliche Ablauf gemäss gesetzlichen Fristen für die Wiederbesetzung des auf den 30. Juni frei werdenden Sitzes in der Kirchenpflege aussieht. Wenn es um Wahlen geht, sind in Lindau nicht wir die leitende Behörde, sondern der Gemeinderat.

Am Mittwochnachmittag habe ich den Jahresbericht noch einmal durchgelesen. Es habe noch Fehler. Ich habe aber keine gefunden. So schickte ich ihn an die Layouterin unseres monatlichen Kirchenblattes “reformiert.lokal” mit dem Hintergedanken: “Soll doch das Redaktionsteam die Fehler finden!”

Am Donnerstag hatte ich zwei Anrufe an die beiden Bewerber für unsere Jugendpfarrstelle zu machen: eine Zu- und eine Absage. Zum Amt gehören auch unangenehme Aufgaben… Nun habe ich zu überlegen, wie das mit der Neubesetzung weitergeht. Die Anstellung von Pfarrpersonen ist im Kanton Zürich nämlich etwas kompliziert: Die Kirchgemeinden wählen zwar jemanden aus – angestellt und entlöhnt wird diese Person dann aber vom Kirchenrat in Zürich. Ich werde diesen also informieren. Ganz so weit sind wir aber noch nicht. Zuerst werden noch weitere Gespräche mit der ausgewählten Pfarrperson nötig sein, um einige Details zu klären. Das kann warten bis nach Ostern.

Am Karfreitag dann besuchte ich den Gottesdienst in unserer Kirche. Einfach so, ohne Aufgabe, zur Inspiration.

Gudrun Mandic, Präsidentin der Kirchenpflege Lindau (mandic[at]kirche-lindau.ch)

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Herzlich willkommen!

So – noch einmal schlafen, und dann geht es los. Endlich!

Ab morgen also werden wir hier im Laufe der nächsten zwei Wochen – bis am 19.4. – nach und nach Beiträge und Berichte von Menschen aus der reformierten Kirchgemeinde Lindau online stellen.

Ich heisse Sie heute schon willkommen und wünsche Ihnen viel Vergnügen – beim Lesen und Stöbern, beim Entdecken… und gerne auch: Kommentieren und Nachfragen!

Insgesamt 15 von unseren Angestellten, Behördenmitgliedern, Freiwilligen und Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sich bisher bereit erklärt, Ihnen Einblicke in ihr kirchliches Engagement zu geben. Und die Chancen stehen gut, dass noch weitere dazukommen.

Was die Nähkästchen enthalten, aus denen die Mitschreibenden dann plaudern? Wir werden es bald erfahren. Wie gesagt: noch einmal schlafen!

Reto Studer, Lernvikar (studer[at]kirche-lindau.ch)

“Kirche ist…”

…ja, was eigentlich?

Haben Sie sich schon einmal gefragt,

    was hinter den Kulissen einer Kirchgemeinde so alles geschieht?
    Welche Berufe es in der Kirche gibt und wofür sie zuständig sind?
    Was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Behördenmitglieder und Freiwillige antreibt und welche Freude, welches Leid sie in ihrer Tätigkeit erleben?
    Wie der Alltag eines Pfarrers, einer Pfarrerin aussieht?

Für viele Menschen – selbst ihre Mitglieder – ist die Kirche eine “Black Box”.

Ich finde: Das muss sich ändern!

Als Lernvikar in der reformierten Kirchgemeinde Lindau möchte ich ihnen (und Ihnen) deshalb die Möglichkeit geben, einen Blick in unser Kirchgemeinde-Leben zu werfen: Vom 6. bis 19. April 2015 werde ich hier ein Internettagebuch (Blog) führen, in dem ich gemeinsam mit eifrigen Mitschreiberinnen und Mitschreibern über Anlässe, Erfahrungen, Träume u.v.m. in der Kirchgemeinde Lindau berichte. Tag für Tag.

Kommen Sie doch ab dem 6. April hierher zurück. Vielleicht beantworten wir Ihre Fragen im Laufe der zwei Wochen ja? Und falls Sie dann noch mehr wissen möchten: Melden Sie sich ungeniert! Oder kommen Sie vorbei – live, vor Ort…

Reto Studer, Lernvikar (studer[at]kirche-lindau.ch)

PS: Zu den Hintergründen dieses Projekts s. hier.