Eine Woche mit der Kirchenpflege-Präsidentin

Die Präsidentin der Kirchenpflege in Lindau, Gudrun Mandic, schreibt:

Ich habe die Ehre, diesen Blog zu eröffnen. Ein bisschen Muffensausen hab ich schon, denn es ist mein erstes Mal… Die Idee unseres Lernvikars finde ich toll. Ich erzähle deshalb gerne, was ich so mache.

Die Kirchenpflege bearbeitet ja nicht etwa Kirchenbänke mit Möbelpolitur, wie der Name suggerieren könnte, sondern sie versucht, das Kirchenleben möglichst gut in Gang zu halten, so, wie der Gemeinderat das für die politische Gemeinde tut. Und wie der Gemeinderat sind auch wir ein Team von sieben Mitgliedern, mit verschiedenen Ressorts. Diese haben Namen wie “Präsidium” (meines), “Gottesdienst und Musik”, “Bildung”, “Diakonie” und andere. Vielleicht werden Ihnen die Ressortinhaber noch mehr dazu berichten. In anderen Kantonen nennt sich die Kirchenpflege denn auch Kirchgemeinderat. Es gibt also keinen Unterschied zwischen “-rat” und “-pflege”.

Am Montagabend war ich im “h50″ an einem Kurs zum Thema “Dialog”. Das “h50″ ist der Ort, wo wir Kirchpfleger uns weiterbilden oder anrufen, wenn wir “Erste Hilfe” benötigen. Ein schönes grosses Haus am Hirschengraben 50 in Zürich – deshalb der Name.

Am Dienstag habe ich mich mit einigen Mitarbeitern im kleinen Sitzungsraum im Erdgeschoss des Pfarrhauses getroffen; dort ist unser Sekretariat, und dort gibt es zwei verschieden grosse Gruppenräume für Unterricht, Sitzungen und Gespräche. Im Mitarbeiterkonvent, der in der Woche zuvor getagt hatte, hatte es einige Beschwerden und Anregungen gegeben, die wir besprechen wollten.

Später habe ich mich noch auf den Abend vorbereitet. Wir, d.h. meine Kolleginnen und Kollegen aus der Kirchenpflege und ich, waren mit einem Bewerber auf unsere offene 40-Prozent-Jugendpfarrstelle für ein Bewerbungsgespräch im selben Raum verabredet.

Am Mittwochvormittag war ich im Sekretariat. Ich gehe regelmässig mindestens einmal in der Woche vorbei, um mein Postfächli zu leeren und Briefe oder Formulare zu unterschreiben. Übrigens schätze ich auch den Kontakt mit unserer stets freundlichen und kompetenten Sekretärin. Wenn ich den richtigen Tag wähle oder Glück habe, treffe ich auch Pfarrer und Diakon oder weitere Mitarbeiter. Ein paar Worte liegen dabei fast immer drin. Ich mag persönliche Kontakte!

Später wurde ich noch von der Gemeindeverwaltung darüber informiert, wie der zeitliche Ablauf gemäss gesetzlichen Fristen für die Wiederbesetzung des auf den 30. Juni frei werdenden Sitzes in der Kirchenpflege aussieht. Wenn es um Wahlen geht, sind in Lindau nicht wir die leitende Behörde, sondern der Gemeinderat.

Am Mittwochnachmittag habe ich den Jahresbericht noch einmal durchgelesen. Es habe noch Fehler. Ich habe aber keine gefunden. So schickte ich ihn an die Layouterin unseres monatlichen Kirchenblattes “reformiert.lokal” mit dem Hintergedanken: “Soll doch das Redaktionsteam die Fehler finden!”

Am Donnerstag hatte ich zwei Anrufe an die beiden Bewerber für unsere Jugendpfarrstelle zu machen: eine Zu- und eine Absage. Zum Amt gehören auch unangenehme Aufgaben… Nun habe ich zu überlegen, wie das mit der Neubesetzung weitergeht. Die Anstellung von Pfarrpersonen ist im Kanton Zürich nämlich etwas kompliziert: Die Kirchgemeinden wählen zwar jemanden aus – angestellt und entlöhnt wird diese Person dann aber vom Kirchenrat in Zürich. Ich werde diesen also informieren. Ganz so weit sind wir aber noch nicht. Zuerst werden noch weitere Gespräche mit der ausgewählten Pfarrperson nötig sein, um einige Details zu klären. Das kann warten bis nach Ostern.

Am Karfreitag dann besuchte ich den Gottesdienst in unserer Kirche. Einfach so, ohne Aufgabe, zur Inspiration.

Gudrun Mandic, Präsidentin der Kirchenpflege Lindau (mandic[at]kirche-lindau.ch)

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