„Brot für alle“

Minie Storm Le Heux, ein langjähriges Mitglied der „Brot für alle“-Freiwilligengruppe in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Ich bin Mitglied der reformierten Kirche und 77 Jahre alt. Früher, als ich noch berufstätig war, habe ich mich auch schon in der Kirche engagiert. Es ist einfach schön, auf diese Art „dazuzugehören“. Und Kirche, das sind wir alle!

Während der Apartheid in Südafrika habe ich mit einer Gruppe dazu kritische Gottesdienste gestaltet und dann auch bei der Gründung eines der ersten Dritte-Welt-Läden (des „Mitenand-Lade“) in Effretikon mitgemacht. [1] In dieser Zeit ist mein Bewusstsein entstanden, dass der Hunger auf der Welt menschengemacht ist und dass wir dafür Veranwortung übernehmen müssen. So bin ich dann später auch in unsere Brot für alle-Gruppe gekommen.

In dieser Gruppe treffen wir, zurzeit acht Mitglieder, uns drei- bis viermal im Jahr und organisieren zusammen die vier verschiedenen Anlässe.

Das sind der Eröffnungsgottesdienst, den wir mitgestalten und in dem wir über das Projekt informieren, das wir in der Kirchgemeinde Lindau jeweils aktuell unterstützen.

Dann der Wähenzmittag, an dem wir die von den Bewohnerinnen und Bewohnern gebackenen süssen und salzigen Wähen verkaufen. Es ist einfach toll, wie viele verschiedene Wähen dabei gespendet werden! Dieses grosse Engagement in der Bevölkerung ist nicht selbstverständlich. Das ist immer ein persönliches Highlight für mich und motiviert mich sehr.

Dann sind wir im Sommer an der Chilbi in Lindau mit einem Verkaufsstand mit Lebensmitteln und Handwerk aus armen Ländern dabei. Dabei kommen immer wieder gute Gespräche zustanden.

Und im Herbst schliesslich findet jeweils der Erntedank-Gottesdienst statt, nach dem viele gespendete Lebensmittel, von Gemüse und Obst zu Brot und anderem, und auch wieder unser Sortiment von fair gehandelten Produkten verkauft werden. Wir haben übrigens einen kleinen „Claro“-Verkaufsladen im Pfarrhaus mit Selbstbedienung. Nach dem Erntedank-Gottesdienst gibt es jeweils auch noch ein von unserer Gruppe gekochtes Essen.

Ab und zu helfe ich ausserdem noch beim „Chilekafi“ nach dem Gottesdienst mit.

Ich bin ein kritisches Kirchenmitglied, das durchaus nicht einfach alles annimmt, was mir vorgelegt wird. Es ist aber gut, dabeizusein und meinen Teil beizutragen. Ein Kirchenaustritt würde für mich deshalb nie (!) zur Debatte stehen.

Minie Storm Le Heux, Mitglied der „Brot für alle“-Freiwilligengruppe in der Kirchgemeinde Lindau

[1] Anmerkung von Reto Studer: In diesem Zusammenhang (Apartheid in Südafrika) ist es für Sie, liebe Leserin und lieber Leser, bestimmt interessant zu erfahren, dass die Schreibende gebürtige Niederländerin ist.

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