Für den Fall der Fälle

Die Kasual-Organistin der Kirchgemeinde Lindau, Martina Brunner, schreibt:

“Kasual-Organistin”… Das tönt ja ganz unmenschlich. Ist es aber nicht!

Gut: ich stelle mich kurz vor. Ich heisse Martina Brunner und bin seit 33 Jahren verheiratet mit Thomas (wir lernten uns in der Lehrerausbildung kennen). Wir haben drei erwachsene Söhne: 28, 26 und 20 Jahre alt. Zum Orgelspiel kam ich mit etwa 19 Jahren, nach neun Jahren Klavierunterricht.

Lindau brauchte eine Organistin unter der Woche, eben im Falle eines Falles… wenn der Kasus – “Fall” – eintritt, dass jemand stirbt oder eine Hochzeit anmeldet (man spricht deshalb auch von “Kasualien”).

Und die “Fälle” könnten nicht verschiedener sein: Die Trauerfamilie braucht Ruhe, Trost und Ermutigung durch die Musik, das Hochzeitspaar wünscht Freude, Glanz und Pomp. Ich lasse mich gern auf diese Feiern ein, und ich glaube, in der Trauer ist man besonders empfänglich für wohltuende Musik.

Sagen Sie mir ruhig mal “grüezi”, wenn Sie mich an einer Beerdigung oder einer Hochzeit sehen. Ich bin dann an der Orgel oder aber beim Wasserflasche-Füllen anzutreffen…

Martina Brunner, Kasual-Organistin der Kirchgemeinde Lindau

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Die Sigristinnen legen nach

Die beiden Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau, Sonja Fernandes und Simone Schmidli, schreiben:

“Alle Jahre wieder”… steht der Frühlingsputz ins Haus! Ja, wir machen das und nehmen das auch ernst. Wir bekommen dann immer Hilfs- und Putzmittel von einer Reinigungsfirma aus Lindau. Da sind richtig gute Putzmittel dabei, die du eben nicht im Laden kaufen kannst. Aber das krasseste Teil ist eine Teleskopstange mit Abstaubbürste dran: x-meterlang ausziehbar! Auch mit festem Boden unter den Füssen hast du mit dem Ding zu kämpfen, dass du die Balance nicht verlierst. Schmerzen im Genick vom ständigen “nach oben Schauen” sind inklusive. Am zweiten Putz- oder Trainingstag mit der Stange nehmen wir dann noch eine Leiter dazu. Ja, der Zirkus lässt wieder grüssen!

Übrigens putzen wir in diesem Jahr gleich im Anschluss an die Frühlingsferien vom 5. bis 7. Mai! Wer freie Kapazitäten hat, ist zum Helfen herzlich willkommen!

Natürlich haben wir draussen um die Kirche auch zu tun, aber das hält sich in Grenzen, weil die Bäume zu gross, die Rabatten am Absterben und die Hecke verdorrt ist. Man müsste mal… Unkraut gibt es ringsum – wie überall – genug. So kann es sein, dass wir dann doch mal dagegen spritzen. Mit einem scheuen Blick zum Gemeindehaus, aber ohne schlechtes Gewissen wird dann schon mal eine Ladung verteilt. Insekten, Spinnen und anderes Getier suchen das Weite. Beruhigend für uns alle: auf der Flasche steht 100% Abbaubarkeit. Wie ist das genau gemeint? Wahrscheinlich biologisch und nachhaltig, und damit sind wir endgültig auf der richtigen Seite!

Schlimmer noch als das Unkraut ist der Kiesweg um die Kirche. Dieser mutiert von Zeit zu Zeit zum Katzenklo – mal mehr, mal weniger. Du erkennst die unheilvollen Häufchen, sorgfältig mit Kies bedeckt, schon von weitem. Wir ersparen uns ein Bild!

Es gäbe noch so manches zu berichten: Da seien die Hauptproben zu den Konfirmationen oder verirrte Vögel im Gotteshaus, aber wir lassen hier gern noch etwas Platz für andere Schreiberlinge.

Herzlichst grüssen

Sonja Fernandes und Simone Schmidli, Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau

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Diakoniekampagne „Hoffnungsstreifen“ und Filmabend

Der Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau, Severin Frenzel, schreibt:

Im Sommer vergangenen Jahres lancierte die reformierte Landeskirche Zürich eine Diakoniekampagne, um Diakonie sichtbarer zu machen. In Befragungen hatte sich gezeigt, dass viele Kirchenmitglieder zwar diakonische Angebote sehr schätzen, aber eigentlich nicht wirklich bekannt war, was Diakonie eigentlich ist. Die Frage des Diakonats beschäftigt Kirche, seit es sie gibt, daher ist die Antwort, was Diakonie eigentlich ist, gar nicht so einfach. Die Landeskirche hat sich daher zu einem pragmatischen Zugang entschlossen und das Anliegen entwickelt, dass die Kirchgemeinden unter dem Titel und Motto “Hoffnungsstreifen” mit einem einheitlichen Signet ihre Angebote sichtbar machen und auch neue entwickeln, die zu diesem Motto passen.

In Lindau haben wir dann während der mehrwöchigen Laufzeit der Kampagne das Angebot des montäglichen Filmabends entwickelt, welches das gemeinsame Schauen eines Films mit einem anschliessenden Nachtessen im Adidashaus (in Tagelswangen) umfasst. Bis heute hat sich dieser Filmabend, der nun regelmässig einmal monatlich montags stattfindet, zu einer festen Grösse beim diakonischen Angebot entwickelt. Eine bestehende Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat sich etabliert, es kommen jedoch auch immer wieder neue hinzu und sind herzlich willkommen.

Die Filme sind interessante Dokumentationen, nachdenklich oder heiter stimmende Spielfilme sowie Klassiker. Das gemeinsame Erlebnis sowie die guten und wertvollen Gespräche beim anschliessenden Nachtessen werden von allen geschätzt und stärken auch die Gemeinschaft – und damit auch unsere Kirchgemeinde als Ganzes.

Ich freue mich auf viele weitere schöne Filmabende.

Severin Frenzel, Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau (frenzel[at]kirche-lindau.ch)

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“Minichile” – die Kirche und ihre Traditionen kennenlernen

Susanne Schnitzer, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Gestern hatte ich am frühen Nachmittag mit 9 reformierten Kindern aus allen 4 Gemeindeteilen “Minichile”. “Minichile” heisst der kirchliche Unterricht in der zweiten Klasse. Wir treffen uns alle 14 Tage für 90 Minuten im Pfarrhaus in Lindau, in denen wir spielen, singen, Geschichten hören, malen, ausschneiden, einkleben, erzählen und manchmal einen Film schauen.

Zu Beginn hat uns Natasa Zizakov, die Kantorin der Kirchgemeinde, besucht. Sie hat mit den Kindern das Lied “Gottes Liebi isch so wunderbar” eingeübt. Es hat Spass gemacht, alle waren voll mit dabei.

Anschliessend habe ich den Anfang der spannenden Mosegeschichte aus dem Alten Testament erzählt. Dazu passend schauten wir dann einen Ausschnitt aus dem Film “Der Prinz von Ägypten”. Die Zeit verging im Nu – für ein Spiel im Stuhlkreis, das ein Mädchen vorgeschlagen hatte, reichte es aber noch. Zum Glück war der Unterricht gerade dann vorbei, als die Reihe an mich kam. So fiel nicht besonders auf, dass ich hätte aus dem Stuhlkreis sitzen müssen, weil ich es falsch gemacht hatte! ☺

Morgen Donnerstag habe ich eine weitere Gruppe Zweitklässler im Unterricht. Mit dieser kleineren Gruppe treffe ich mich im “Adidashaus” in Tagelswangen. Der gleiche Unterricht ist doch nicht gleich, da die Kinder andere Fragen stellen und andere Antworten geben. Das finde ich immer wieder spannend.

Obwohl ich an beiden Unterrichtsorten jeweils eine gute Infrastruktur zur Verfügung habe (Beamer, Leinwand, Tageslichtprojektor), bringe ich noch viel zusätzliches Material mit. Sachen zum Anfassen oder Riechen, zum Ausprobieren, Bilder, verschiedene Rätsel, meine Kinderbibel, aus der ich die Geschichten erzähle… meistens sind es zwei Taschen voll.

Susanne Schnitzler, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau (s.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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“Chilegmeind Lindau, Freese, grüezi!”

Die Sekretärin der Kirchgemeinde Lindau, Katja Freese, schreibt:

Als Sekretärin der Kirchgemeinde Lindau bin ich nun seit 6 Jahren die Stimme am Telefon. Mit Freude gebe ich Ihnen zu allen möglichen kirchlichen Anliegen wie Taufen, Hochzeiten, kirchlichem Unterricht und vielem mehr Auskunft oder vermittle Ihnen die zuständige Person. Sehr gerne begrüsse ich auch Sie einmal am Telefon oder persönlich bei mir im Büro im Pfarrhaus.

Wie bin ich zu dieser Aufgabe gekommen? Vor ziemlich genau sechs Jahren habe ich im regio.ch die Stelle ausgeschrieben gesehen, damals noch für jeweils drei Stunden am Donnerstag- und Freitagmorgen. Eigentlich war ich gar nicht auf der Suche nach einer Arbeit, ich war mit meiner Familie, dem Haushalt und Garten sowie meinen freiwilligen Engagements im Eislaufclub Illnau-Effretikon, beim “Fiire mit de Chliine” in Effretikon oder im Reformierten Wählerverein Illnau-Effretikon gut ausgelastet, und Langeweile kannte ich nicht. Trotzdem hat mich das Inserat angesprochen, und ich dachte mir: Diese Chance kommt nur einmal, pack sie!

Ja, und einen Monat später sass ich schon im Sekretariat und wurde in meine Aufgaben eingeführt, die sehr vielfältig sind:
– Führen der Mitgliederdatei aufgrund der Mutationen, die ich von der Gemeinde erhalte.
– Führen der Klassenlisten ab der 1. Klasse bis zur Konfirmation und Versenden diverser Einladungen zum kirchlichen Unterricht.
– Laufende Aktualisierung des Gottesdienstplanes und Suchen der Stellvertretungen für Pfarrer Volker Schnitzler und die Organistinnen.
– Gestaltung des Schaukastens
– Aktualisierung der Homepage www.kirche-lindau.ch
– Gottesdienst-Inserate für diverse Printmedien und die Beiträge für den Lindauer zusammenstellen.
– Beantworten von Fragen via Mail und Telefon, manchmal auch persönlich im Sekretariat (leider viel zu wenig, und etwas zum Naschen steht immer bereit…).
– Unterstützung der Kirchenpflege
– Alle administrativen Arbeiten im Zusammenhang mit Taufen, Hochzeiten, Todesfällen und Konfirmationen.
– Raumreservationen
… und vieles andere mehr.

Momentan beschäftige ich mich mit den Rechtsgrundlagen für das Kirchensekretariat. Das tönt sehr trocken, und zum Lesen all dieser Paragraphen brauche ich dann auch etwas mehr Ruhe als üblich, aber ich finde die Lektüre sehr spannend, und Aha-Erlebnisse werden wohl nicht ausbleiben.

Wenn ich mich nicht gerade mit irgendwelchen Paragraphen beschäftige, habe ich es lieber, wenn es in meinem Büro richtig rund läuft. Richtig toll finde ich es, wenn das Telefon häufig klingelt und immer wieder mal jemand an meine Türe klopft. Es macht mir überhaupt Spass, mit all den verschiedenen Menschen in Kontakt zu stehen, sie zu unterstützen und am gleichen Strick zu ziehen.

Ein besonderes Privileg war die letzte Amtsperiode, in der ich das Protokoll der Kirchenpflegesitzungen und der Kirchgemeindeversammlungen schreiben durfte. Es hat Spass gemacht, bei den Sitzungen dabei zu sein und die Diskussionen, Anregungen und Beschlüsse in hoffentlich gut verständlichem Deutsch in ein Protokoll einfliessen zu lassen.

Aber auch die laufende Amtsperiode verspricht spannend zu werden mit all den neuen Gesichtern unter den Mitarbeitern und Behördenmitgliedern und den verschiedenen Projekten, wie zum Beispiel “KirchgemeindePlus”, die anstehen.

Ich freue mich auf viele bereichernde Begegnungen und abwechslungsreiche Aufgaben.

Katja Freese, Sekretärin der Kirchgemeinde Lindau (freese[at]kirche-lindau.ch)

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4.-Klass-Unti – die Bibel entdecken

Susanne Schnitzer, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Seit Sommer 2009 bin ich in der Kirche Lindau als Katechetin tätig. Mich trifft man einmal im Monat am späteren Nachmittag mit mindestens zwei Taschen Material auf dem Weg ins “Adidashaus” in Tagelswangen an. Gewöhnlich bin ich 45 Minuten vor Unterrichtsbeginn bereits am Einrichten der Räume. In einem Raum essen wir in der Pause am grossen Familientisch Sandwiches, manchmal auch Hot-Dogs, im anderen Raum wird unterrichtet. Ich geniesse die Ruhe, bevor die Kinder kommen, und stelle mich innerlich auf die nächsten 2,5 Stunden ein.

So nach und nach trudeln die ersten 4.-Klässler ein. Nach dem “Grüezi”-Sagen lautet die erste Frage, was es heute zum Z’Nacht gibt, dann: was wir heute machen. Bis alle angekommen sind, reicht es schnell noch für eine Runde Fangis durchs Adidashaus. Nach einer Stunde thematischen Arbeitens freuen sich die Kinder auf eine Stärkung und eine weitere Runde Fangis in der Pause. Teller, Besteck und Gläser können wir in die Abwaschmaschine räumen, die für uns bis zum Ende des Abends bereits abgewaschen hat. Das ist super!

Nach einem zweiten, etwas kürzeren thematischen Teil, beenden wir traditionell den Abend mit einem Spiel, bei dem sich die Kinder noch ein Dessert “verdienen” können. Dann heisst es: “Was? Ist schon fertig?!” Schnell noch “Ade”-Sagen, und schon sausen die Kinder draussen vor dem Fenster vorbei.

Nun ist es wieder ruhig und ich lasse den Abend noch einmal vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Was war gut bzw. wo könnte ich lebendiger, interessanter die vorgegebenen Themen anpacken? Und so gehe ich beschwingt und guten Mutes nach Hause, dass ich Gott und die Geschichten der Bibel den Kindern ein Stück näher gebracht habe.

Susanne Schnitzler, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau (s.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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Aus der Kirchenmusik

Die Organistin und Chorleiterin der Kirchgemeinde Lindau, Natasa Zizakov, schreibt:

Seit Februar 2015 bin ich Organistin und Chorleiterin in Lindau. Eine wunderschöne, helle Kirche und eine Orgel, klanglich und optisch sehr harmonisch aufeinander abgestimmt, laden zum Aufatmen, Nachdenken oder zum Singen, Spielen und Lauschen ein.

Eine anspruchsvolle Zeit lieht hinter mir, samt Wohnungssuche, Umzug und Kantonswechsel. Sehr dankbar denke ich an freundliche und hilfsbereite Begegnungen mit der Kirchenpflege-Präsidentin, Frau Mandic, mit Pfarrer Schnitzler, Kirchenpflege-Musikkommission und weiteren Kirchgemeindemitgliedern und -mitarbeitern. Inzwischen habe ich schon viele andere Menschen kennengelernt. So viele Informationen muss ich noch sortieren, abstimmen und verarbeiten…

Ich bin sehr gespannt darauf, was sich hier alles musikalisch verwirklichen lässt. Wenn ich auf der Empore die Orgelpfeifen zum Singen und Tanzen bringe, höre ich mit viel Freude den schönen, kräftigen Gemeindegesang, manchmal sogar mit frei improvisierter Oberstimme, wie er, aus akustischen Gründen etwas verspätet, zu meinen Ohren zurückschwebt. Da höre ich schon viele gute Stimmen für einen zukünftigen Chor heraus!

Einige mögen es gemütlicher und geniessen den Klang, der im Kirchenraum etwas länger nachklingt. Da tut es mir manchmal leid, dass ich mein eigenes Tempo durchsetzen muss, damit allen genug Atem für die nächste Zeile bleibt ☺

Meine Kollegin Gret Hüni spielte am Karfreitag die Orgel in Lindau, weil ich gleichzeitig den Kirchenchor Rafzerfeld im Gottesdienst in der Kirche Wasterkingen leitete. Die Chorproben wie auch das Instrument- oder Gesang-Üben faszinieren mich immer wieder: Nichts bleibt so, wie es im letzten Moment war, alles ist und bleibt in Bewegung, Musik entsteht und verändert sich dauerhaft, und es klingt immer anders und neu! Für schwierige Stellen im “Crucifixus” von Antonio Lotti werde ich nächstes mal eine Übe-MP3-Datei für fleissige Hauschor-Sänger aufnehmen.

Für den Ostersonntag hatte ich die Geigerin Johanna Pfister als Solistin eingeladen. Wir kannten uns nicht, aber ich war doch sehr zuversichtlich, dass wir wunderbar zusammen musizieren können. Sie ist Konzertmeisterin des Streichensembles am Dom St.Gallen, und die Karwoche war mit Proben schon überfüllt. So blieb uns allein die Möglichkeit, am Ostersonntag direkt vor dem Gottesdienst zu proben. Die Noten hatte sie mir bereits vorab geschickt. Um 8 Uhr trafen wir uns in der Kirche, beide 150% vorbereitet, damit wir genug flexibel aufeinander reagieren können. Kleine “Pannen” sind bei den vielen komplexen Abläufen immer möglich. Es ist eben “live”… Zudem hatte ich ein paar Änderungswünsche bei einem Stück, damit Geige und Orgel mehr Musikdialog führen können, und es klappte sehr gut! Da wir eher meditative Stücke spielten, wählte ich noch eine rassige Orgeltoccata für den “Ausgang”, die leise beginnt und wie eine Rakete in rasendem Tempo und crescendo wie ein Wunder “abhebt”. Noch kurz vor dem Gottesdienst eilte Reto Studer auf die Empore, um uns zu helfen: ein Fotoshooting für sein Blog. Haben wir auch noch rechtzeitig geschafft:

A propos “Ausgangsstück”: Alle blieben sitzen, und der spontane Applaus am Ende des Gottesdienstes freute uns beide sehr! Johanna fuhr dann gleich weiter nach St. Gallen: zur Vorprobe und zum Nachmittagskonzert am Dom.

Für einen Taufgottesdienst hat Claire Schmid eine Bearbeitung des Liedes “Bi de Taufi…” für Klavier und Geige des Grütener Organisten und Komponisten Dieter Fuchs vorgeschlagen. Es klingt schön und erfrischend groovig. Wir treffen uns bald, um es durchzuspielen. Am 19. April ist der nächste Taufgottesdienst, und so gibt es schon bald Gelegenheit, das bekannte Lied in neuem Gewand zu präsentieren. Claire ist eine sehr gute Laienmusikerin, singt, spielt Blockflöten und Geige, hilft und macht unermüdlich mit. Sie hat sogar eine Blockflötenschule herausgegeben. Ich freue mich riesig auf die baldige Probe mit ihr.

Im Mai dann gastieren der Musikverein Kemptthal (Muttertag) und als Solisten unser Diakon Severin Frenzel, Cello (Himmelfahrt), und Vitalij Vosnjak, Saxophon (Konfirmationen), bei uns. Nächste Woche werde ich zum ersten Mal mit den Unti-Kindern bei unserer Katechetin Susanne Schnitzler singen.

Am Sonntag, den 5. Juli, lade ich alle Interessierten herzlich zu einem Offenen Singen ein.

Eine provisorische Planung für das ganze Jahr 2015 steht schon, und ich freue mich auf meine vielfältigen Musikaufgaben in Lindau.

Natasa Zizakov, Organistin und Chorleiterin der Kirchgemeinde Lindau (zizakov[at]kirche-lindau.ch)

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3.-Klass-Unti – Kirche (er)leben

Christine Meier, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Wir Katechetinnen führen die Kinder in das biblische Erbe ein und vertiefen ihr Grundwissen über den Glauben. Wir leiten die Kinder dazu an, für ihre Erfahrungen und Entdeckungen im Glauben eine Sprache und einen kreativen Ausdruck zu finden. Kinder brauchen Wurzeln und Flügel. Auch im Glauben brauchen sie Beheimatung und Begleitung.

Als Katechetin unterrichte ich im 3.-Klass-Unti die vier Themen:

Taufe – was bedeutet sie uns heute? (Begleiten einer Tauffamilie, Miterleben einer Taufe)
Gebet – zwischen Hemmung und Bedürfnis (Unser Vater mit den “Dein”-Sätzen und den “Unser”-Bitten)
Abendmahl – Bedeutung und Erlebnis
Pfingsten – pfingstliche Auswirkungen damals und heute (Pfingstgeist auch heute spürbar: als Kraft, Mut, Freude, Versöhnung, Frieden, Trost)

Aktuell sind wir beim Thema Abendmahl. Am 22. März feierten wir den Abendmahls-Gottesdienst. Voller Freude formten die Kinder zuvor das Abendmahlsbrot, das wir dann im Gottesdienst miteinander teilten. Auch beim Trinken vom Traubensaft im grossen Kreis der Kirchenbesucher war eine tiefe Andacht spürbar.

Beim Thema Abendmahl beschäftigen wir uns auch mit der Passion (Leiden von Jesus) und mit Ostern (Auferstehung Jesus). Anhand von Bildern zum Prozessionsweg tragen die Kinder zusammen, was sie bereits über die verschiedenen Leidensstationen wissen. Aus den Fragen der Kinder ergeben sich spannende Gespräche.

Mit dem Lied “Ich lade eui ii” gelingt es, die Einsetzungsworte kindergerecht zu erklären. Wenn die Schülerinnen und Schüler etwas von diesem Geheimnis erahnen, so ist ein wesentlicher Teil des Abendmahls “verstanden”.

Ich lade eui ii zu Brot und Wii
und zum mit mir zämesii.
Dänked a mich und a miis Riich,
dänn wird ich immer bi eui sii.
Jesus seit, ich lad eui ii.
Chömed alli, Gross und Chlii.
A mim Tisch dörf jede sii,
immer bin ich au debii.

(Andrew Bond)

Christine Meier, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau

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Unterwegs ins Pfarramt

Der ehemalige Pfarr-Praktikant in der Kirchgemeinde Lindau, “Noch-Student” und angehende Pfarrer Matthias Dübendorfer schreibt:

“Was, über 50 und immer noch Student?”

Ganz so offen wird mir diese Frage zwar selten gestellt. Und doch habe ich oft das Gefühl, dass sich mein Gegenüber genau dies fragt, wenn ich mich mit meinen angegrauten Schläfen und der nicht mehr ganz faltenfreien Haut als Theologiestudent vorstelle. Oft gebe ich die Antwort ungefragt gleich selbst: Nein, ich bin nicht immer noch Student, sondern wieder Student. Ich habe mich nach zwanzig Jahren Berufstätigkeit dazu entschieden, noch einmal etwas Neues zu wagen und ein Theologiestudium in Angriff zu nehmen.

Aber wie kommt einer dazu, im besten Alter seinen Job an den Nagel zu hängen und wieder die Schulbank zu drücken?

Nach meinem Erststudium in Mathematik und Physik zog es mich in die Informatik. Damals, in den späten Achtzigerjahren, herrschte in der “elektronischen Datenverarbeitung” eine Art Goldgräberstimmung. Menschen mit einem Flair für Logik und abstraktes Denken waren sehr gefragt, um die Programme für die rasant wachsenden Computersysteme von Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen zu schreiben. So liess ich mich von einer Bank als Analytiker-Programmierer einstellen. Mit den Jahren bildete ich mich weiter, spezialisierte mich auf Datenbanksysteme und arbeitete schliesslich als Consultant für ein IT-Beratungsunternehmen.

So weit, so gut, möchte man meinen. Doch mit der Zeit merkte ich, das mir das hektische Erneuerungstempo der Informatik immer sinnleerer vorkam: “Plus ça change, plus c’est la même chose.” Zudem wurde mir die Finanzwelt immer fremder, je näher ich sie kennenlernte. Eine Neuausrichtung drängte sich also auf. Doch in welche Richtung? Um diese Frage zu klären, nahm ich eine Laufbahnberatung in Anspruch. Nach einigen Beratungssitzungen und dem Ausfüllen vieler Fragebögen ging es an die Auswertung. Aus der langen Liste an Berufen, die meinem Profil entsprächen, stach mir sofort einer ins Auge: “Pfarrer/Pastor”. Und mir war – zu meiner eigenen Überraschung – sofort klar: Das ist es! Aber so abwegig, wie sie mir im ersten Moment vorkam, war die Idee beim zweiten Hinsehen dann doch nicht. Ich war in den Jahren zuvor immer mehr in unsere Kirchgemeinde hineingewachsen, hatte mich aktiv zu beteiligen begonnen und Freiwilligenarbeit übernommen. Weshalb also das Interesse nicht zum Beruf machen?

Nur: Wie wird man überhaupt Pfarrer?

Die Ausbildung zum Pfarrer ruht auf zwei Standbeinen. Das eine ist ein zehnsemestriges Theologiestudium an der Universität, das mit dem Master in Theologie abgeschlossen wird. Das andere Standbein ist die kirchliche Ausbildung, die teilweise schon parallel zum Studium absolviert wird. Sie beginnt mit einer Reihe von Eignungsabklärungen, den sogenannten KEA-Explorationen. Darauf folgt zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium das Ekklesiologisch-praktische Semester (EPS), in dem die Studierenden erste Praxiserfahrungen sammeln können. Dieses Praktikumssemester absolvierte ich in Lindau. Im EPS sollen nicht nur Erfahrungen im engeren kirchlichen Bereich gesammelt werden, sondern es wird auch das weitere Umfeld der Kirchgemeinde einbezogen. So erteilte ich während des EPS Unterricht an der Sekundarschule Grafstal und arbeitete als Hilfspfleger im Alterszentrum Bruggwiesen. Abgeschlossen wird die kirchliche Ausbildung durch das Lernvikariat, ein einjähriges pfarramtliches Praktikum, in dem der Kandidat nach dem universitären Masterabschluss sein berufliches Handwerkszeug erwirbt und schliesslich seine praktische Prüfung ablegt. In Lindau ist derzeit Reto Studer als Lernvikar tätig.

Ich selbst stehe nun kurz vor dem Abschluss meines Masterstudiums. Das Lernvikariat werde ich ab August an der Stadtkirche Winterthur absolvieren. Leider muss das Lernvikariat in einer anderen als der EPS-Gemeinde stattfinden, sonst wäre ich sehr gerne wieder nach Lindau gekommen.

Trotzdem bleibe ich noch mit Lindau verbunden:

In meiner Masterarbeit beschäftige ich mit dem Thema “Mundart und Standardsprache im Gottesdienst”. Dazu halte ich Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden und befrage die Teilnehmer zu ihren Eindrücken. Für zwei dieser Gottesdienste darf ich die Gastfreundschaft der Kirchgemeinde Lindau in Anspruch nehmen, der zweite davon wird diesen Sonntag, am 12.4., stattfinden. Ich würde mich natürlich freuen, Sie zu diesem Gottesdienst und zum anschliessenden Nachgespräch begrüssen zu dürfen!

Matthias Dübendorfer, angehender Pfarrer

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Diakonie – Ausdruck von Kirche

Der Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau, Severin Frenzel, schreibt:

Oft hört man den bekannten Ausspruch “Diakonie ist Ausdruck von Kirche”. Am ehesten trifft es noch mein Verständnis von Diakonie, wenn man sie als Gemeinschaft auf der Basis christlicher Werte beschreibt.

Mit der Mission hat Diakonie insofern zu tun, als dass eine ihrer Wurzeln die sogenannte “Innere Mission” ist, die im 18. und 19. Jahrhundert die negativen Folgen der industriellen Revolution bekämpfte: Armut in der Bevölkerung, Kindersterblichkeit, Hunger, Unterversorgung und Rechtlosigkeit. Die Innere Mission missioniert nicht Ungläubige zum Christentum – das wäre “Äussere Mission” –, sondern sie ist soziale Arbeit auf der Grundlage der christlichen Nächstenliebe.

Von diesem Ausgangspunkt her kann man auch unsere diakonischen Angebote in Lindau verstehen. Die Lebensverhältnisse, in denen wir leben, sind heute andere, wichtig sind jedoch noch immer Gemeinschaft, Beisammensein und ein tragfähiges Miteinander auf Grundlage der christlichen Wertegemeinschaft.

So findet bei uns regelmässig einmal monatlich ein Filmabend mit einem einfachen Nachtessen statt. Hier schauen wir wertvolle Filme, die zum Nachdenken einladen und das Gespräch anregen. Zweimal monatlich treffen sich Jugendliche beim “Together” zum Jugendtreff. Wöchentlich mittwochs im Restaurant “Rössli” in Lindau und einmal monatlich im Café “Raindli” in Winterberg treffen sich Erwachsene zum “Begegnung wagen”, zu Kaffee und Gespräch.

Zur Diakonie gehört die Vernetzung, denn sie nimmt den Mensch in seinen Lebensbezügen in den Mittelpunkt. So gibt es gemeinsame Anlässe mit der politischen Gemeinde, bestehen Kontakte und Austausch mit Schulen und Vereinen.

Wichtig ist dabei, dass der Mensch im Zentrum steht, mit seinen Fähigkeiten und Eigenheiten, seinen Interessen und seinen Wünschen und Bedürfnissen. Inhalte von Gesprächen und Anlässen orientieren sich in diesem Sinne am Menschen und reagieren auf das, was gerade wichtig ist und den Einzelnen oder eine Gruppe beschäftigen.

So ist Diakonie ein spannendes Arbeitsfeld und ein kirchliches Abenteuer, auf das ich mich gerne jeden Tag neu einlasse.

Severin Frenzel, Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau (frenzel[at]kirche-lindau.ch)

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Nicht ganz Alltägliches von den Sigristinnen

Die beiden Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau, Sonja Fernandes und Simone Schmidli, schreiben:

Hauswart der Kirche – oder doch etwas mehr? Vom Taufgottesdienst, Hochzeit, Sonntagsgottesdienst bis zur Abdankung – oder doch etwas mehr? Hier geht es von Mensch zu Mensch in unterschiedlichen Lebenslagen und zu Anlässen jeglicher Art. Freud und Leid liegen dicht beieinander, aber das wissen Sie doch alles, das spielt sich für alle auf der Bildfläche ab.

Ein paar Episoden gefällig, die Sie nicht kennen…?

Leise rieselt nicht der Schnee. Nein: Leise rieseln die Fliegen die Kirchturmtreppe hinunter. Nicht zwei, nicht drei… nein: wahrscheinlich Tausende. Und wenn wir dann die Deckenklappe zur nächsten Etage öffnen, sollte der Staubsauger unbedingt einsatzbereit sein. Der Boden ist schwarz – lieber Gott, wo kommen die denn alle her?

Der Christbaum ist bestellt. Vier Meter hoch soll er sein. Schon das ist nicht mehr SUVA-konform. Dann kommst du in die Kirche und siehst auf den ersten Blick: So eine grosse Leiter haben wir nicht… Und wenn wir noch eine hätten: Wen schicken wir da hinauf? Elektrische Beleuchtung, was für eine segensreiche Erfindung! Wehe, du bist an Heiligabend zu spät dran mit Kerzen-Anzünden… der Baum zu hoch, und alle schauen zu. Es ist wie im Zirkus Knie, und du bist der Clown – ungewollt natürlich. Dein Kopf glüht, und man könnte dich als rotes Licht auf einen hohen (Kirch-)Turm stellen!

Nicht zu vergessen: falsches Programmieren der Kirchenglocken. Unsere “Hausfrauen-Sigristinnen” wieder! Das erfahren wir immer mit etwas Zeitverzug, da wir – vielleicht zum Glück – im Nachbardorf wohnen. So rutscht uns nicht gleich beim ersten falschen Glockenschlag das Herz in die Hose oder sonst irgendwohin. Ärgerlich ist es allemal, böse Absicht war es nie.

Mit einem Augenzwingern herzlichst

Sonja Fernandes und Simone Schmidli, Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau

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