Diakoniekampagne „Hoffnungsstreifen“ und Filmabend

Der Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau, Severin Frenzel, schreibt:

Im Sommer vergangenen Jahres lancierte die reformierte Landeskirche Zürich eine Diakoniekampagne, um Diakonie sichtbarer zu machen. In Befragungen hatte sich gezeigt, dass viele Kirchenmitglieder zwar diakonische Angebote sehr schätzen, aber eigentlich nicht wirklich bekannt war, was Diakonie eigentlich ist. Die Frage des Diakonats beschäftigt Kirche, seit es sie gibt, daher ist die Antwort, was Diakonie eigentlich ist, gar nicht so einfach. Die Landeskirche hat sich daher zu einem pragmatischen Zugang entschlossen und das Anliegen entwickelt, dass die Kirchgemeinden unter dem Titel und Motto “Hoffnungsstreifen” mit einem einheitlichen Signet ihre Angebote sichtbar machen und auch neue entwickeln, die zu diesem Motto passen.

In Lindau haben wir dann während der mehrwöchigen Laufzeit der Kampagne das Angebot des montäglichen Filmabends entwickelt, welches das gemeinsame Schauen eines Films mit einem anschliessenden Nachtessen im Adidashaus (in Tagelswangen) umfasst. Bis heute hat sich dieser Filmabend, der nun regelmässig einmal monatlich montags stattfindet, zu einer festen Grösse beim diakonischen Angebot entwickelt. Eine bestehende Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat sich etabliert, es kommen jedoch auch immer wieder neue hinzu und sind herzlich willkommen.

Die Filme sind interessante Dokumentationen, nachdenklich oder heiter stimmende Spielfilme sowie Klassiker. Das gemeinsame Erlebnis sowie die guten und wertvollen Gespräche beim anschliessenden Nachtessen werden von allen geschätzt und stärken auch die Gemeinschaft – und damit auch unsere Kirchgemeinde als Ganzes.

Ich freue mich auf viele weitere schöne Filmabende.

Severin Frenzel, Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau (frenzel[at]kirche-lindau.ch)

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Diakonie – Ausdruck von Kirche

Der Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau, Severin Frenzel, schreibt:

Oft hört man den bekannten Ausspruch “Diakonie ist Ausdruck von Kirche”. Am ehesten trifft es noch mein Verständnis von Diakonie, wenn man sie als Gemeinschaft auf der Basis christlicher Werte beschreibt.

Mit der Mission hat Diakonie insofern zu tun, als dass eine ihrer Wurzeln die sogenannte “Innere Mission” ist, die im 18. und 19. Jahrhundert die negativen Folgen der industriellen Revolution bekämpfte: Armut in der Bevölkerung, Kindersterblichkeit, Hunger, Unterversorgung und Rechtlosigkeit. Die Innere Mission missioniert nicht Ungläubige zum Christentum – das wäre “Äussere Mission” –, sondern sie ist soziale Arbeit auf der Grundlage der christlichen Nächstenliebe.

Von diesem Ausgangspunkt her kann man auch unsere diakonischen Angebote in Lindau verstehen. Die Lebensverhältnisse, in denen wir leben, sind heute andere, wichtig sind jedoch noch immer Gemeinschaft, Beisammensein und ein tragfähiges Miteinander auf Grundlage der christlichen Wertegemeinschaft.

So findet bei uns regelmässig einmal monatlich ein Filmabend mit einem einfachen Nachtessen statt. Hier schauen wir wertvolle Filme, die zum Nachdenken einladen und das Gespräch anregen. Zweimal monatlich treffen sich Jugendliche beim “Together” zum Jugendtreff. Wöchentlich mittwochs im Restaurant “Rössli” in Lindau und einmal monatlich im Café “Raindli” in Winterberg treffen sich Erwachsene zum “Begegnung wagen”, zu Kaffee und Gespräch.

Zur Diakonie gehört die Vernetzung, denn sie nimmt den Mensch in seinen Lebensbezügen in den Mittelpunkt. So gibt es gemeinsame Anlässe mit der politischen Gemeinde, bestehen Kontakte und Austausch mit Schulen und Vereinen.

Wichtig ist dabei, dass der Mensch im Zentrum steht, mit seinen Fähigkeiten und Eigenheiten, seinen Interessen und seinen Wünschen und Bedürfnissen. Inhalte von Gesprächen und Anlässen orientieren sich in diesem Sinne am Menschen und reagieren auf das, was gerade wichtig ist und den Einzelnen oder eine Gruppe beschäftigen.

So ist Diakonie ein spannendes Arbeitsfeld und ein kirchliches Abenteuer, auf das ich mich gerne jeden Tag neu einlasse.

Severin Frenzel, Sozialdiakon der Kirchgemeinde Lindau (frenzel[at]kirche-lindau.ch)

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Diakonie in der Gemeinde

Die Ressortverantwortliche “Diakonie” der Kirchenpflege in Lindau, Marianne Sewer, schreibt:

Seit Herbst 2014 darf ich als gewählte Kirchenpflegerin tätig sein. Das Ressort “Diakonie” wurde mir zugeteilt. Vor dieser Zeit hatte ich nie damit gerechnet, geschweige denn davon geträumt, in einem öffentlichen Amt tätig zu sein. Ich besuche gerne regelmässig Gottesdienste, vor allem in unterschiedlichen Formen und in verschiedenen Kirchen. Dies geschah allerdings erst in späteren Jahren und regelmässiger zusammen mit der Erziehung der eigenen Kinder. Diese besuchten die Sonntagsschule, nahmen am Religionsunterricht teil und schlossen ihre “kirchliche Kindheit” mit der Konfirmation ab. Kurze Zeit war ich auch Teil der “Kinderhüeti” in der Kirche Effretikon. So erlebte ich immer wieder die Atmosphäre in Kirchen.

Durch den Tod meiner Mutter bekam ich aber noch einen anderen Zugang zur Kirche und zu Gott. Der Pfarrer, der uns damals in der Trauerphase begleitete und noch einige Zeit darüber hinaus, gab mir unendlich viel mit auf den Weg. Auch nachdem mein Vater starb, durfte ich wieder auf seine Unterstützung in dieser schwierigen Phase zählen. Als er erfuhr, dass ich für die Kirchenpflege angefragt wurde, bestärkte er mich und empfahl mir, diese Aufgabe anzunehmen. Man werde viele schöne Erlebnisse und Augenblicke erleben.

Die Pflege meines Vaters und die damit verbundenen Altersheim-Besuche brachten mich dann das erste Mal etwas intensiver in den Kontakt und Umgang mit älteren Menschen. Nun habe ich durch mein Ressort ebenfalls häufig Gespräche mit unseren Ältesten. Diese schätze ich sehr, denn man sieht dieses Leuchten in ihren Augen, wenn sie jemanden haben, der zuhört, oder wenn sie von früher erzählen können. Sie sind sehr dankbare Mitmenschen. In dieser kurzen Zeit durfte ich schon einige Erlebnisse haben, aber auch Erfahrungen sammeln und viele neue Gesichter kennenlernen, zum Beispiel an Anlässen der Pro Senectute, bei lebensphase 3, Verein Fähre, “Adventsstubete” und Ziischtigsträff (“Lismerfraue”). Dies sind nur einige der Institutionen, die ich betreuen darf. Ich bin mir sicher, dass ich noch viel mehr erleben werde und hoffe, auch anderen etwas weitergeben zu können.

Für die Zukunft wünsche ich mir noch viele gute Gespräche und neue Herausforderungen zusammen mit der Kirchenpflege.

Marianne Sewer, Ressortverantwortliche “Diakonie” der Kirchenpflege Lindau (sewer[at]kirche-lindau.ch)

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