Sieh einmal die Kanzel an, wie die Kanzel…

Der Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau, Reto Studer, schreibt:

Angehenden Lernvikarinnen und Lernvikaren wird ja wärmstens empfohlen, sich ihre künftige Ausbildungsgemeinde vorab genau anzusehen. Zurecht: Denn auch wenn es dann ein Jahr lang nicht gleich knistern muss – knallen sollte es halt auch nicht.

Davor hatte ich aber nie Angst, denn ich hatte mit meinem jetzigen Vikariatsleiter, Pfarrer Volker Schnitzler, bereits zweimal kurz an kirchlichen Anlässen gesprochen, bevor ich ihn wegen eines Ausbildungsplatzes anfragte. Und da eine Studienkollegin, ein Studienkollege und ein Freund (und notabene: auch Trauzeuge), die hier zuvor ihre Praktika absolviert hatten, meinten, “Lindau und der Volker” und ich würden gut zusammenpassen, fand ich: Mehr muss ich nicht wissen. So habe ich mir z.B. die Kirche überhaupt nie angesehen, bevor ich im August ins Vikariat einstieg. Wieso auch?

Kaum hatte ich hier begonnen, wurde ich dann allerdings auf die Lindauer Kanzel aufmerksam gemacht. Genauer: auf das Schnitzwerk im unteren Bereich – auf dem Foto ist ein Exemplar davon rot eingekreist.

So – und jetzt ein kleiner Ausflugstipp von mir: Gehen Sie einmal in unsere schöne Kirche (sie ist selbstverständlich auch wochentags geöffnet), wagen Sie sich zur Kanzel vor – und schauen Sie sich “das” genauer an. Glauben Sie mir: Sie werden Skan-da-lö-ses entdecken. Was wurde da nämlich hineingeschnitzt?

(Ach ja: Ich habe es natürlich trotzdem nie bereut, hier wegen eines Vikariatsplatzes angefragt zu haben.)

Reto Studer, Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau (studer[at]kirche-lindau.ch)

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Nicht ganz Alltägliches von den Sigristinnen

Die beiden Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau, Sonja Fernandes und Simone Schmidli, schreiben:

Hauswart der Kirche – oder doch etwas mehr? Vom Taufgottesdienst, Hochzeit, Sonntagsgottesdienst bis zur Abdankung – oder doch etwas mehr? Hier geht es von Mensch zu Mensch in unterschiedlichen Lebenslagen und zu Anlässen jeglicher Art. Freud und Leid liegen dicht beieinander, aber das wissen Sie doch alles, das spielt sich für alle auf der Bildfläche ab.

Ein paar Episoden gefällig, die Sie nicht kennen…?

Leise rieselt nicht der Schnee. Nein: Leise rieseln die Fliegen die Kirchturmtreppe hinunter. Nicht zwei, nicht drei… nein: wahrscheinlich Tausende. Und wenn wir dann die Deckenklappe zur nächsten Etage öffnen, sollte der Staubsauger unbedingt einsatzbereit sein. Der Boden ist schwarz – lieber Gott, wo kommen die denn alle her?

Der Christbaum ist bestellt. Vier Meter hoch soll er sein. Schon das ist nicht mehr SUVA-konform. Dann kommst du in die Kirche und siehst auf den ersten Blick: So eine grosse Leiter haben wir nicht… Und wenn wir noch eine hätten: Wen schicken wir da hinauf? Elektrische Beleuchtung, was für eine segensreiche Erfindung! Wehe, du bist an Heiligabend zu spät dran mit Kerzen-Anzünden… der Baum zu hoch, und alle schauen zu. Es ist wie im Zirkus Knie, und du bist der Clown – ungewollt natürlich. Dein Kopf glüht, und man könnte dich als rotes Licht auf einen hohen (Kirch-)Turm stellen!

Nicht zu vergessen: falsches Programmieren der Kirchenglocken. Unsere “Hausfrauen-Sigristinnen” wieder! Das erfahren wir immer mit etwas Zeitverzug, da wir – vielleicht zum Glück – im Nachbardorf wohnen. So rutscht uns nicht gleich beim ersten falschen Glockenschlag das Herz in die Hose oder sonst irgendwohin. Ärgerlich ist es allemal, böse Absicht war es nie.

Mit einem Augenzwingern herzlichst

Sonja Fernandes und Simone Schmidli, Sigristinnen der Kirchgemeinde Lindau

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