Was geht ab?

Deanna Lerch, ein langjähriges Mitglied des Redaktionsteams für das “Ref-Lok” der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Meine Mitarbeit im Redaktionsteam fing mit der Anfrage an, ob ich bereit wäre, das Editorial für das nächste “Ref-Lok”, dazumal “Kibo” oder “Kirchenbote”, zu schreiben. Bald darauf folgte die Einladung, einmal bei einer Redaktionssitzung reinzuschauen – vielleicht hätte ich ja Interesse, fest mitzumachen… Inzwischen sind etwa zwölf Jahre vergangen, und die monatliche Sitzung ist zu einem festen Termin in meiner Agenda geworden.

Das “reformiert. lokal” flattert monatlich als Beilage der Zeitung “reformiert” in (fast) alle Haushalte der Gemeinde Lindau mit reformierten BewohnerInnen. Wie der Name schon sagt, werden darin alle gemeindeeigenen Informationen publiziert. Wer wissen will, was in unserer Kirchgemeinde gerade abgeht, abgegangen ist oder abgehen wird, findet die Infos im “Ref-Lok”.
Zurzeit besteht die Redaktion, oder streng genommen: die Redaktionskommission, aus fünf Mitgliedern. Von Amtes wegen (aber genauso motiviert) sind die Kirchenpflegepräsidentin Gudrun Mandic und Pfarrer Volker Schnitzler im Team, zudem unsere Mitarbeiterin für das Layout, Christa Binder, und als “Freiwillige” Florian Sorg und ich. Ergänzt wird unsere Gruppe seit Kurzem durch zwei Fotografinnen, Marianne Wegmann und Vanessa Wussow. Wir freuen uns auf ihre Bilder, die neu sogar farbig im “Ref-Lok” erscheinen werden.

Wie entsteht unsere Zeitschrift? Das ist ein wenig wie die Frage nach dem Huhn oder dem Ei. Was kommt zuerst beim Ablauf: der Redaktionsschluss, der Entwurf oder die Sitzung? Kurz vor der Sitzung erhalten wir den Entwurf des nächsten “Ref-Lok” per Email. Im Vorfeld hat Christa Binder alle ihr per Redaktionsschluss zugeschickten Artikel für uns in Form gebracht. Idealerweise wird der Entwurf bereits zu Hause konzentriert durchgelesen, spätestens an der Sitzung geht es dann ans Eingemachte, und es werden allfällige Rechtschreibfehler korrigiert. Daten, Namen und Inhalte werden nochmals überprüft. Ist eventuell ein wichtiger Anlass vergessen gegangen? Viel Fingerspitzengefühl ist gefragt bei stilistischen Korrekturen, die der Verständlichkeit wegen vorgenommen werden müssen. Ganz wichtig natürlich auch der Witz: Wird niemand im Redaktionsteam rot, dann darf er publiziert werden. Bewundernswert, wie unsere Layouterin stets mit einem Lächeln und ohne mit der Wimper zu zucken alle Korrekturen, alle unsere “ich will das doch ganz anders schreiben!” und “hätte dieser Artikel auch noch Platz?” entgegennimmt. Die Änderungen muss Christa bald nach der Sitzung vornehmen, damit der Termin bei der Druckerei eingehalten werden kann.

Danach geht es zur Planung. Welche Anlässe und Informationen gehören in die nächste (oder übernächste) Ausgabe? Wer liefert den Artikel dazu? Über welche Veranstaltung können wir im Nachhinein berichten? Wen können wir für ein Editorial anfragen? Wovon soll der nächste Leittext handeln? Nicht selten geht es dabei lustig zu und her. Manch ein verrückter, nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag aus der Runde wird trotzdem rege diskutiert, im Wissen, dass der Artikel nie, aber wirklich niemals im “Ref-Lok” erscheinen wird. Das Planungsblatt wird nach der Sitzung durch Christa ins Reine geschrieben und als “To do”-Liste per Email verteilt. Genauso gewissenhaft überwacht sie, ob alle Aufgaben bis zum nächsten Redaktionsschluss erledigt und bei ihr sind.

Schöne Momente: Wenn es positive Reaktionen aus der Leserschaft gibt. Für mich besonders motivierend, wenn die LeserInnen beim Sommerquiz mitmachen.

Peinliche Momente: Als ich für einen Artikel ein altes Foto aus dem Archiv ausleihen durfte zum Einscannen und dieses, äh, zeitweilig verlegt hatte. Ich bin überzeugt, dass der damalige Aktuar jetzt noch daran denkt, wenn er mich sieht ☺

Deanna Lerch, Mitglied des Redaktionsteams für das “Ref-Lok” der Kirchgemeinde Lindau

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Eine Woche mit der Kirchenpflege-Präsidentin

Die Präsidentin der Kirchenpflege in Lindau, Gudrun Mandic, schreibt:

Ich habe die Ehre, diesen Blog zu eröffnen. Ein bisschen Muffensausen hab ich schon, denn es ist mein erstes Mal… Die Idee unseres Lernvikars finde ich toll. Ich erzähle deshalb gerne, was ich so mache.

Die Kirchenpflege bearbeitet ja nicht etwa Kirchenbänke mit Möbelpolitur, wie der Name suggerieren könnte, sondern sie versucht, das Kirchenleben möglichst gut in Gang zu halten, so, wie der Gemeinderat das für die politische Gemeinde tut. Und wie der Gemeinderat sind auch wir ein Team von sieben Mitgliedern, mit verschiedenen Ressorts. Diese haben Namen wie “Präsidium” (meines), “Gottesdienst und Musik”, “Bildung”, “Diakonie” und andere. Vielleicht werden Ihnen die Ressortinhaber noch mehr dazu berichten. In anderen Kantonen nennt sich die Kirchenpflege denn auch Kirchgemeinderat. Es gibt also keinen Unterschied zwischen “-rat” und “-pflege”.

Am Montagabend war ich im “h50″ an einem Kurs zum Thema “Dialog”. Das “h50″ ist der Ort, wo wir Kirchpfleger uns weiterbilden oder anrufen, wenn wir “Erste Hilfe” benötigen. Ein schönes grosses Haus am Hirschengraben 50 in Zürich – deshalb der Name.

Am Dienstag habe ich mich mit einigen Mitarbeitern im kleinen Sitzungsraum im Erdgeschoss des Pfarrhauses getroffen; dort ist unser Sekretariat, und dort gibt es zwei verschieden grosse Gruppenräume für Unterricht, Sitzungen und Gespräche. Im Mitarbeiterkonvent, der in der Woche zuvor getagt hatte, hatte es einige Beschwerden und Anregungen gegeben, die wir besprechen wollten.

Später habe ich mich noch auf den Abend vorbereitet. Wir, d.h. meine Kolleginnen und Kollegen aus der Kirchenpflege und ich, waren mit einem Bewerber auf unsere offene 40-Prozent-Jugendpfarrstelle für ein Bewerbungsgespräch im selben Raum verabredet.

Am Mittwochvormittag war ich im Sekretariat. Ich gehe regelmässig mindestens einmal in der Woche vorbei, um mein Postfächli zu leeren und Briefe oder Formulare zu unterschreiben. Übrigens schätze ich auch den Kontakt mit unserer stets freundlichen und kompetenten Sekretärin. Wenn ich den richtigen Tag wähle oder Glück habe, treffe ich auch Pfarrer und Diakon oder weitere Mitarbeiter. Ein paar Worte liegen dabei fast immer drin. Ich mag persönliche Kontakte!

Später wurde ich noch von der Gemeindeverwaltung darüber informiert, wie der zeitliche Ablauf gemäss gesetzlichen Fristen für die Wiederbesetzung des auf den 30. Juni frei werdenden Sitzes in der Kirchenpflege aussieht. Wenn es um Wahlen geht, sind in Lindau nicht wir die leitende Behörde, sondern der Gemeinderat.

Am Mittwochnachmittag habe ich den Jahresbericht noch einmal durchgelesen. Es habe noch Fehler. Ich habe aber keine gefunden. So schickte ich ihn an die Layouterin unseres monatlichen Kirchenblattes “reformiert.lokal” mit dem Hintergedanken: “Soll doch das Redaktionsteam die Fehler finden!”

Am Donnerstag hatte ich zwei Anrufe an die beiden Bewerber für unsere Jugendpfarrstelle zu machen: eine Zu- und eine Absage. Zum Amt gehören auch unangenehme Aufgaben… Nun habe ich zu überlegen, wie das mit der Neubesetzung weitergeht. Die Anstellung von Pfarrpersonen ist im Kanton Zürich nämlich etwas kompliziert: Die Kirchgemeinden wählen zwar jemanden aus – angestellt und entlöhnt wird diese Person dann aber vom Kirchenrat in Zürich. Ich werde diesen also informieren. Ganz so weit sind wir aber noch nicht. Zuerst werden noch weitere Gespräche mit der ausgewählten Pfarrperson nötig sein, um einige Details zu klären. Das kann warten bis nach Ostern.

Am Karfreitag dann besuchte ich den Gottesdienst in unserer Kirche. Einfach so, ohne Aufgabe, zur Inspiration.

Gudrun Mandic, Präsidentin der Kirchenpflege Lindau (mandic[at]kirche-lindau.ch)

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