Über Umwege ins Lernvikariat

Der Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau, Reto Studer, schreibt:

Was bei mir in der Taufe, in der Sonntagschule und in der Konfirmation gesät wurde, brauchte viel Zeit zum Reifen. Ich habe zwar schon immer viel und gerne über das Leben und den Tod und in diesem Zusammenhang auch über Glaubensfragen nachgedacht, dennoch war für mich direkt nach der Matura das Theologiestudium keine Option. Interessanterweise war ich aber in Dübendorf, wo ich aufgewachsen bin, einige Jahre im Ten Sing und engagierte mich da auch recht stark. An diese Zeit habe ich nur schöne Erinnerungen! Gegenüber der Kirche hatte ich also nie Berührungsängste, und meine Erfahrungen mit ihr waren durchwegs positiv.

Aber eben: Nach der Matura studierte ich dann zunächst nicht Theologie, sondern eine bunte Mischung anderer Fächer: Publizistikwissenschaft, Staatsrecht und Geschichte. Nach dem Abschluss war ich drei Jahre lang in der Managementberatung tätig, genauer: im Headhunting. Dort durfte ich an vorderster Front an internationalen Suchmandaten mitarbeiten, v.a. innerhalb der Finanzbranche. Das war eine sehr lehrreiche Zeit mit vielen tollen Gesprächen, und ich hätte mir gut vorstellen können, damit noch lange weiterzumachen. Allerdings begann ich mich nun mehr und mehr für theologische Fragen zu interessieren. So stellte sich mir, allmählich auf den 30. Geburtstag zugehend, die Frage: “Muss” es wirklich gleich noch einmal ein ganzes Studium sein – oder reicht es nicht, Theologie als Hobby, neben der Arbeit, zu betreiben? Nach längerem Abwägen entschied ich mich dazu, an die Uni zurückzugehen. Ernsthaft bereit habe ich das nie.

Auch das Theologiestudium habe ich nun abgeschlossen, im letzten Sommer war es so weit. Seither (und noch bis Ende Juli) bin ich jetzt als Lernvikar – man könnte sagen: als “Pfarrer-Lehrling” – in der Kirchgemeinde Lindau unterwegs. Hier bekomme ich unter den Fittichen und an der Seite eines erfahrenen Pfarrers, Volker Schnitzler, praktische Einblicke ins Pfarramt. Und dorthin zieht es mich auch.

Eine Prüfung habe ich bereits bestanden (Unterricht bei “meiner” Gruppe von Konfirmandinnen und Konfirmanden – ein Traum!), drei Prüfungen stehen aber noch aus: in den Bereichen Gottesdienst, Seelsorge und Gemeindeleitung. Wenn alles klappt, werde ich im August ordiniert, d.h. zum Pfarrdienst zugelassen. Und das sollte auch besser klappen: Meine Frau (die gleichzeitig wie ich, aber natürlich in einer anderen Kirchgemeinde das Lernvikariat absolviert) und ich haben unsere Wahl nämlich bereits hinter uns: Uns zieht es im Sommer in den Kanton Aargau, in die Kirchgemeinde Kelleramt.

Reto Studer, Lernvikar in der Kirchgemeinde Lindau (studer[at]kirche-lindau.ch)

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“Minichile” – die Kirche und ihre Traditionen kennenlernen

Susanne Schnitzer, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Gestern hatte ich am frühen Nachmittag mit 9 reformierten Kindern aus allen 4 Gemeindeteilen “Minichile”. “Minichile” heisst der kirchliche Unterricht in der zweiten Klasse. Wir treffen uns alle 14 Tage für 90 Minuten im Pfarrhaus in Lindau, in denen wir spielen, singen, Geschichten hören, malen, ausschneiden, einkleben, erzählen und manchmal einen Film schauen.

Zu Beginn hat uns Natasa Zizakov, die Kantorin der Kirchgemeinde, besucht. Sie hat mit den Kindern das Lied “Gottes Liebi isch so wunderbar” eingeübt. Es hat Spass gemacht, alle waren voll mit dabei.

Anschliessend habe ich den Anfang der spannenden Mosegeschichte aus dem Alten Testament erzählt. Dazu passend schauten wir dann einen Ausschnitt aus dem Film “Der Prinz von Ägypten”. Die Zeit verging im Nu – für ein Spiel im Stuhlkreis, das ein Mädchen vorgeschlagen hatte, reichte es aber noch. Zum Glück war der Unterricht gerade dann vorbei, als die Reihe an mich kam. So fiel nicht besonders auf, dass ich hätte aus dem Stuhlkreis sitzen müssen, weil ich es falsch gemacht hatte! ☺

Morgen Donnerstag habe ich eine weitere Gruppe Zweitklässler im Unterricht. Mit dieser kleineren Gruppe treffe ich mich im “Adidashaus” in Tagelswangen. Der gleiche Unterricht ist doch nicht gleich, da die Kinder andere Fragen stellen und andere Antworten geben. Das finde ich immer wieder spannend.

Obwohl ich an beiden Unterrichtsorten jeweils eine gute Infrastruktur zur Verfügung habe (Beamer, Leinwand, Tageslichtprojektor), bringe ich noch viel zusätzliches Material mit. Sachen zum Anfassen oder Riechen, zum Ausprobieren, Bilder, verschiedene Rätsel, meine Kinderbibel, aus der ich die Geschichten erzähle… meistens sind es zwei Taschen voll.

Susanne Schnitzler, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau (s.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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“Fiire mit de Chline” – Gottesdienst für unsere Jüngsten

Yvonne Meitner, bis zu den Sommerferien als Pfarrerin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Wie viele Kinder würden wohl bei meinem ersten “Fiire mit de Chliine” am 11. April in der Kirche Lindau dabei sein?

Das Team (Sonja Fernandes, Natasa Zizakov) war ebenso gespannt wie ich, und so hat es uns gefreut, dass kurz vor 10 Uhr doch ein paar Eltern mit ihren Kindern in der Kirche eintrafen. Ein paar der Kinder waren zum ersten Mal in einer Kirche und auch beim ersten “Fiire mit de Chliine”: kein Wunder inspizierten sie vor und nach dem Fiire die Kirche ausgiebig. Bei einem Orgelspiel unserer Organistin konnten sie zur Ruhe kommen und waren nachher zum Mitsingen des Lieds “Hööch im Chileturm” (immer 1. Lied beim “Fiire”) zusammen mit Bewegungen aufgefordert. Selbstverständlich machten auch ihre Eltern immer mit.

Später erzählte das Team die Bilderbuchgeschichte “Wen hast du am allerliebsten?” mit einer Plüschbärenfamilie.

Nach einer kurzen Vertiefung zur Geschichte, zwei weiteren Liedern mit Bewegungen, Mitteilungen und Segen war das “Fiire” auch schon wieder zu Ende. Beim anschliessenden Zusammensein bei Zopf und Sirup (für die Erwachsenen gab es Kaffee und Mineralwasser) meinten die grösseren Kinder, die Geschichte hätte ruhig länger sein dürfen, aber für die Jüngeren war sie gerade richtig.

Schön wäre es, wenn beim nächsten “Fiire mit de Chline” am Mittwoch, 10. Juni, um 10 Uhr in der Kirche Lindau, alle Sitzkissen besetzt wären.

Alle Familien mit Kindern von drei Jahren bis Kindergartenalter sind herzlich dazu eingeladen!

Yvonne Meitner, Pfarrerin in der Kirchgemeinde Lindau

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4.-Klass-Unti – die Bibel entdecken

Susanne Schnitzer, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Seit Sommer 2009 bin ich in der Kirche Lindau als Katechetin tätig. Mich trifft man einmal im Monat am späteren Nachmittag mit mindestens zwei Taschen Material auf dem Weg ins “Adidashaus” in Tagelswangen an. Gewöhnlich bin ich 45 Minuten vor Unterrichtsbeginn bereits am Einrichten der Räume. In einem Raum essen wir in der Pause am grossen Familientisch Sandwiches, manchmal auch Hot-Dogs, im anderen Raum wird unterrichtet. Ich geniesse die Ruhe, bevor die Kinder kommen, und stelle mich innerlich auf die nächsten 2,5 Stunden ein.

So nach und nach trudeln die ersten 4.-Klässler ein. Nach dem “Grüezi”-Sagen lautet die erste Frage, was es heute zum Z’Nacht gibt, dann: was wir heute machen. Bis alle angekommen sind, reicht es schnell noch für eine Runde Fangis durchs Adidashaus. Nach einer Stunde thematischen Arbeitens freuen sich die Kinder auf eine Stärkung und eine weitere Runde Fangis in der Pause. Teller, Besteck und Gläser können wir in die Abwaschmaschine räumen, die für uns bis zum Ende des Abends bereits abgewaschen hat. Das ist super!

Nach einem zweiten, etwas kürzeren thematischen Teil, beenden wir traditionell den Abend mit einem Spiel, bei dem sich die Kinder noch ein Dessert “verdienen” können. Dann heisst es: “Was? Ist schon fertig?!” Schnell noch “Ade”-Sagen, und schon sausen die Kinder draussen vor dem Fenster vorbei.

Nun ist es wieder ruhig und ich lasse den Abend noch einmal vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Was war gut bzw. wo könnte ich lebendiger, interessanter die vorgegebenen Themen anpacken? Und so gehe ich beschwingt und guten Mutes nach Hause, dass ich Gott und die Geschichten der Bibel den Kindern ein Stück näher gebracht habe.

Susanne Schnitzler, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau (s.schnitzler[at]kirche-lindau.ch)

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3.-Klass-Unti – Kirche (er)leben

Christine Meier, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau, schreibt:

Wir Katechetinnen führen die Kinder in das biblische Erbe ein und vertiefen ihr Grundwissen über den Glauben. Wir leiten die Kinder dazu an, für ihre Erfahrungen und Entdeckungen im Glauben eine Sprache und einen kreativen Ausdruck zu finden. Kinder brauchen Wurzeln und Flügel. Auch im Glauben brauchen sie Beheimatung und Begleitung.

Als Katechetin unterrichte ich im 3.-Klass-Unti die vier Themen:

Taufe – was bedeutet sie uns heute? (Begleiten einer Tauffamilie, Miterleben einer Taufe)
Gebet – zwischen Hemmung und Bedürfnis (Unser Vater mit den “Dein”-Sätzen und den “Unser”-Bitten)
Abendmahl – Bedeutung und Erlebnis
Pfingsten – pfingstliche Auswirkungen damals und heute (Pfingstgeist auch heute spürbar: als Kraft, Mut, Freude, Versöhnung, Frieden, Trost)

Aktuell sind wir beim Thema Abendmahl. Am 22. März feierten wir den Abendmahls-Gottesdienst. Voller Freude formten die Kinder zuvor das Abendmahlsbrot, das wir dann im Gottesdienst miteinander teilten. Auch beim Trinken vom Traubensaft im grossen Kreis der Kirchenbesucher war eine tiefe Andacht spürbar.

Beim Thema Abendmahl beschäftigen wir uns auch mit der Passion (Leiden von Jesus) und mit Ostern (Auferstehung Jesus). Anhand von Bildern zum Prozessionsweg tragen die Kinder zusammen, was sie bereits über die verschiedenen Leidensstationen wissen. Aus den Fragen der Kinder ergeben sich spannende Gespräche.

Mit dem Lied “Ich lade eui ii” gelingt es, die Einsetzungsworte kindergerecht zu erklären. Wenn die Schülerinnen und Schüler etwas von diesem Geheimnis erahnen, so ist ein wesentlicher Teil des Abendmahls “verstanden”.

Ich lade eui ii zu Brot und Wii
und zum mit mir zämesii.
Dänked a mich und a miis Riich,
dänn wird ich immer bi eui sii.
Jesus seit, ich lad eui ii.
Chömed alli, Gross und Chlii.
A mim Tisch dörf jede sii,
immer bin ich au debii.

(Andrew Bond)

Christine Meier, Katechetin in der Kirchgemeinde Lindau

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